In der vergangenen Woche konnte Bundesgesundheitsminister Rösler einen entscheidenden Teilerfolg erzielen: Seinem Gesetz, welches den Krankenkassen einen Arzneimittelrabatt auf bestimmte Medikamente garantieren soll, wurde mehrheitlich zugestimmt. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass im Gesundheitssystem mit dieser Maßnahme rund eine Mrd. Euro jährlich eingespart werden kann.

Obwohl der eingesparte Betrag äußerst enorm erscheint, steht die gesetzliche Krankenversicherung dennoch vor einem großen Problem: Die Ausgaben sind immer noch viel zu hoch. Etlichen Krankenkassen fehlt das Geld an allen Ecken und Enden, weshalb unbedingt weitere Einsparungen erzielt werden müssen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan: Derart große Einsparungen lassen sich gar nicht so einfach erzielen.

Zahlreiche Experten gehen deshalb davon aus, dass es auch die Patienten treffen wird – und das gleich doppelt. Zum einen müssen die Versicherungsbeiträge angehoben werden, entweder durch einen höheren Beitragssatz oder durch die Erhebung einer Kopfpauschale. Zum anderen wird eine Kürzung der Leistungen nicht zu verhindern sein: Wenn die Kassen weniger Behandlungen übernehmen, verringern sie ihre Ausgaben. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, konkrete Aussagen über derartige Maßnahmen zu treffen. Allerdings steht so gut wie fest, dass höhere Beiträge und Leistungskürzungen auf lange Sicht nicht zu verhindern sein werden.

Wer dieser Entwicklung entgehen möchte, sollte sich darüber informieren, ob ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung möglich ist. Zwar lastet auf der privaten Krankenversicherung ebenfalls ein hoher Kostendruck, jedoch haben die Versicherer längst nicht mit derart großen Problemen zu kämpfen, wie es bei den Krankenkassen der Fall ist.


 

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