Seit diesem Jahr gestaltet es sich wieder leichter, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln. Die von der Regierung verkürzte Wartefrist erlaubt es zahlreichen Kassenmitgliedern, nun unmittelbar in die PKV zu wechseln. Obwohl sie die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, hängen trotzdem einige Kassenmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung fest und dürfen trotz ihres ausdrücklichen Wunsches nicht wechseln. Als Grund sind die sogenannten Wahltarife auszumachen.

Vor ca. zwei Jahren haben mehrere Krankenkassen damit begonnen, Wahltarife einzuführen. Diese sollten den Kassenmitgliedern gleich mehrere Vorteile verschaffen. So verweisen die Kassen unter anderem auf niedrigere Versicherungsbeiträge und eine bevorzugte Behandlung beim Arzt. Besonders Mitglieder, die gegenüber der privaten Krankenversicherung sehr aufgeschlossen sind, haben sich deshalb für die Wahltarife entschieden, um somit ihre Versicherungssituation vorübergehend (bis zum PKV Eintritt) zu verbessern.
Allerdings sind viele Wahltarife an eine Vertragslaufzeit gekoppelt – und diese Laufzeit wird nun zum Problem. Mehrere Kassenmitglieder der Techniker Krankenkassen und Barmer Krankenkasse berichten, dass sie aufgrund der Vertragslaufzeit ihrer Wahltarife nicht aus der gesetzlichen Krankenversicherung aussteigen können. Die Krankenkassen weigern sich, die Vertragsverhältnisse aufzulösen und die betroffenen Mietglieder ziehen zu lassen. Für die Mitglieder kann dies bedeuten, noch bis zu drei Jahre lang an ihre Krankenkasse gebunden zu sein.

Ob diese Verfahrensweise der Krankenkasse rechtens ist, kann zum derzeitigen Punkt noch nicht verbindlich gesagt werden. Rechtsexperten sind zum Teil unterschiedlicher Auffassung, wodurch es umso schwieriger wird, eine verbindliche Aussage zu treffen. Eventuell muss erst ein Gericht darüber entscheiden, ob die betroffenen Kassenmitglieder unmittelbar in die PKV wechseln dürfen.


 

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