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Erst kürzlich hat das Bundesministerium für Gesundheit über die finanzielle Entwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung informiert. Die veröffentlichten Daten besagen, dass die Krankenkassen im ersten Halbjahr 2015 Einnahmen in Höhe von insgesamt 106,09 Mrd. Euro erzielt haben. Diesen Einnahmen stehen insgesamt 106,58 Mrd. Euro gegenüber. Auf den ersten Blick scheint es, als ob die finanzielle Situation vollkommen in Ordnung ist.

Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen, immerhin geht es hier um Milliardenbeträge. Dementsprechend beläuft sich die Differenz, die in der Nachkommastelle gerne übersehen wird, auf satte 490 Mio. Euro. Sie beruht vor allem auf einem Anstieg der Kosten um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Ausgaben für Medikamente haben deutlich angezogen, unter anderem weil moderne Spezialmedikamente auf den Markt gekommen sind. Diese gelten zwar als sehr wirksam, sind aber auch sehr kostspielig.

Noch scheut die Politik vor einer Beitragserhöhung zurück

Vor Veröffentlichung der Zahlen wurde über eine Erhöhung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung spekuliert worden. Allerdings möchte das Bundesministerium davon nichts wissen. Insgesamt sieht der Bundesgesundheitsminister eine ausgeglichene Kostensituation, die es derzeit nicht erforderlich macht, den Beitragssatz zu erhöhen. Lediglich Zusatzbeiträge könnten von einzelnen Kassen erhöht werden.

Kassenpatienten sollten sich aber nicht täuschen lassen. Es ist absehbar, dass die Kosten in den kommenden Jahren weiterhin steigen und es letztlich nur eine Frage der Zeit ist, bis der einheitliche Beitragssatz angehoben werden muss. Unabhängig vom Einkommen wird die finanzielle Belastung zunehmen. Zumal es denkbar ist, dass auf lange Sicht noch drastischere Maßnahmen ergriffen werden müssen und es beispielsweise zur Streichung einzelner Leistungen kommt.

Wer der diesem Spiel entrinnen möchte, sollte – sofern möglich – über einen Wechsel in die private Krankenversicherung nachdenken. Falls ein Wechsel nicht möglich ist, kann unter Umständen ein Kassenwechsel weiterhelfen, um somit einem unnötig hohen Zusatzbeitrag zu entrinnen.


 

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