Die SPD macht Ernst: Am 06. Dezember wird sich der Parteitag mit dem Leitantrag zur Gesundheitspolitik beschäftigen. Ziel der Genossen ist nicht weniger als die Konzeption einer Bürgerversicherung, die zur Zielvorgabe der Partei gemacht werden soll. Im Klartext: Bei den nächsten Wahlen geht es auch darum, ob die Deutschen ihr gewohntes System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung behalten oder die Bürgerversicherung einführen. Schon jetzt melden sich Befürworter und Gegner lautstark zu Wort.

Obwohl bis heute noch kein tragfähiges Konzept zur Bürgerversicherugn existiert, stellt allein die Möglichkeit einer solchen Lösung bereits eine reale Bedrohung für die PKV dar. Denn ein Bestandteil der populärsten Entwürfe zur Bürgerversicherung ist, dass die privaten Krankenversicherungen zwar bestehen bleiben, aber keine neuen Kunden mehr aufnehmen können. Das wiederum hätte zur Folge, dass der Mix der Beitragszahler in den PKV-Tarifen aus dem Ungleichgewicht gerät – bislang entsteht Beitragsstabilität auch dadurch, dass in den Tarifen sowohl ältere und kranke als auch junge, gesunde Beitragszahler versichert sind. Was passieren kann, wenn es plötzlich deutlich weniger Beitragszahler als kalkuliert gibt, sieht man derzeit: Einige private Krankenkassen müssen ihre Tarife zum neuen Jahr zum Teil deutlich anheben, weil die Anzahl der Kunden in Billig-Tarifen, die ihren Zahlungspflichten nicht mehr nachgekommen sind, zuletzt deutlich höher war als kalkuliert. Die Zeche zahlen Bestandskunden, deren Tarife dadurch teurer werden. Fehlt es der PKV aufgrund der Einführung der Bürgerversicherung an Nachwuchs, tritt eben dieser Effekt ein – nur noch deutlicher. Immer weniger privat Versicherte, deren Krankheitsrisiko immer weiter steigt, müssten dann für ihre Krankenversicherung extrem schnell steigende Beiträge zahlen. Die PKV würde zwar nicht abgeschafft, würde in diesem Szenario aber aussterben.
Kein Wunder also, dass sich der PKV-Verband stellvertretend für alle privaten Krankenversicherungen vehement gegen die Einführung einer Bürgerversicherung stark macht. Einige Assekuranzen planen die Einführung der Bürgerversicherung über kurz oder lang offenbar schon ein. Bereits Ende August wurde bekannt, dass die Central den Vertrieb nachhaltig umbaut und den Vorstand verkleinert. Nun wurde bekannt, dass der Axa Konzern in den kommenden Jahren Millionen sparen und 1.600 Arbeitsplätze in Deutschland streichen will. Offiziellen Angaben zufolge dienen die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wettbewerbsposition der Unternehmen im hart umkämpften Markt.


 

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