In Österreich haben es die Bausparkassen derzeit nicht leicht: Vor knapp zwei Wochen warnten die Verbraucherschützer vor dem Bausparen, weil die gebotenen Renditen angeblich nicht in ausreichendem Maße vor der Inflation schützen. Die Bausparkassen reagierten prompt und legten eigene Rechenbeispiele vor, doch vollständig konnten sie die Zweifel nicht ausräumen.

Nun werden die Bausparkassen in Österreich erneut kritisiert. Laut einem Test der Arbeiterkammer werben etliche Bausparkassen mit falsch kalkulierten Angeboten. Die Angebote vieler Bausparkassen seien geschönt und würden höhere Erträge in Aussicht stellen als tatsächlich erzielt werden. Zwar sind die Abweichungen nur geringfügig, aber dennoch würden die Verbraucher getäuscht werden. Als Ursache dafür wurden die Kontospesen ausgemacht: Viele Bausparkassen berechnen Kontoführungsgebühren, die je nach Anbieter bei etwa vier bis sechs Euro im Jahr liegen. Laut Arbeiterkammer hat dies zur Folge, dass die vorgerechneten Auszahlungsbeträge am Ende zwischen 28 und 38 Euro niedriger ausfallen als ursprünglich vorgerechnet wurde. Außerdem wurde kritisiert, dass viele Bausparkassen die Kontospesen insgesamt sieben Mal berechnen, obwohl die Bausparverträge lediglich sechs Jahre laufen. Als Ursache wird die Abrechnung nach Kalenderjahren genannt – eine Berechnung nach Laufzeitjahren sei laut Arbeiterkammer jedoch gerechter.

In Deutschland sind die Bausparkassen dazu verpflichtet, sich beim Erstellen von Angeboten (gilt für individuelle Bausparangebote und Werbeangebote) nach der Preisangabenverordnung (PangV) zu richten. Diese soll verhindern, dass Kosten verschwiegen werden. Dennoch sind Interessenten gut damit beraten, sämtliche Kosten gezielt zu hinterfragen, damit am Ende der Laufzeit auch tatsächlich der Betrag ausgezahlt wird, den man ursprünglich erwartet hat.


 

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