Zurzeit blicken die privaten Krankenkassen alles andere als optimistisch in die Zukunft, für das laufende Jahr 2008 stellen sie keine positiven Prognosen. Nicht nur, weil sich bereits in den vergangenen Jahren zeigte, dass immer weniger Versicherungsnehmer von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln: So belief sich etwa die Zahl derjenigen, die einen solchen Versicherungswechsel vornahmen, im Jahr 2006 auf 117.000, im Jahr 2007 auf nur noch 60.000. Ein weiteres Problem stellt das befürchtete „Krankenkassen-Hopping“ dar, das sich vermutlich im Jahr 2009 zeigen wird. Mit der Einführung des Basistarifes unterliegen die privaten Krankenkassen einem Kontrahierungszwang, durch den sie gezwungen sind, jeden Antrag anzunehmen – selbst dann, wenn die jeweilige private Krankenkasse weiß, dass es sich um einen gesundheitlich vorbelasteten oder zahlungsschwachen Versicherungsnehmer handelt. Es wird vermutet, dass solche Versicherungsnehmer die privaten Krankenkassen in Zukunft häufig wechseln werden. Um das „Krankenkassen-Hopping“ so gut es geht zu verhindern, versuchen die privaten Krankenversicherungen ihren Kundenstamm zu halten. Dazu setzen sie gezielte Werbung und die Versorgung der Bestandskunden mit Informationsmaterial bezüglich des Basistarifs ein.

Für den Versicherungsnehmer ergeben sich durch den Basistarif Vor- und Nachteile: Positiv muss man bewerten, dass die Beiträge für den Basistarif nicht den durchschnittlichen Höchstbetrag in der gesetzlichen Krankenversicherung überschreiten dürfen; dieser liegt zurzeit bei etwa 500 Euro. Nachteile ergeben sich bei einem Wechsel von einer privaten zu einer anderen privaten Krankenversicherung: Innerhalb einer Frist von 18 Monaten muss man im Basistarif der neuen Versicherungsgesellschaft bleiben. Erst dann darf man einen anderen Tarif wählen. Viele Versicherungsnehmer lehnen die Verschlechterung der Leistung ab, die damit verbunden ist. Ein Ausgleich lässt sich nur durch den Abschluss von Zusatzversicherungen gewährleisten, die für die Dauer der 18 Monate gültig sind. Solche Zusatzversicherungen können noch bei der alten privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden, wo auch noch Altersrückstellungen verblieben sind.


 

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