In keinem anderen Land erfreut sich das Bausparen einer solch großen Beliebtheit wie in Deutschland. Fast jeder zweite Deutsche hat in seinem Leben schon einmal einen Bausparvertrag abgeschlossen. Allerdings ist es nicht so, dass an den Verträgen festgehalten wird bzw. diese immer zuteilungsreif werden. Ganz häufig steigen die Bausparer schon vorher aus.

Mit dem deutlichen Rückgang der Marktzinsen ist jedoch ein neuer Trend aufgekommen, nämlich die Reaktivierung alter Bausparverträge. Viele Personen haben festgestellt, dass ihnen Tagesgeld und Co derzeit keine guten Renditen liefern können. Alte Bausparverträge hingegen schon, weshalb diese wieder bespart werden. So mancher Vertrag, der einst abgeschlossen wurde, um attraktive Darlehenskonditionen zu sichern, dient heute als Kapitalanlage.

Die Bausparkassen sind über diese Entwicklung weniger erfreut, denn sie sind dazu angehalten, immer höhere Zinsbeträge auszuschütten. Daher wird auch zunehmend häufiger geprüft, ob die Möglichkeit besteht, ältere Verträge aufzulösen. Diese Möglichkeit ist sogar gegeben: Wenn ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist, vom Kunden aber nicht abgerufen wird, kann eine Auflösung erfolgen. D.h. der Kunde erhält sein Bausparguthaben einschließlich der Zinsen ausgezahlt. Die meisten Bausparkassen verfügen über diese Möglichkeit, weil sie ihre Verträge entsprechend formuliert haben.

Bis vor einigen Jahren wurde nur relativ selten auf diese Weise verfahren, doch mittlerweile häufen sich die Beschwerden. Doch leider können die betroffenen Bausparkunden relativ wenig unternehmen. Die Auflösungen der Bausparverträge mögen dem Image womöglich etwas schaden, doch dieses Risiko wird in Kauf genommen – Hauptsache es müssen keine Zinsen mehr gezahlt werden.

Diejenigen, deren Verträge noch nicht zuteilungsreif sind, brauchen keine Angst zu haben. Ihnen kann relativ wenig passieren.


 

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