Es ist keine Neuigkeit, dass es um die gesetzliche Krankenversicherung nicht allzu gut bestellt ist – zumindest nicht im Hinblick auf deren finanzielle Zukunft. Die Kassen der Versicherungsträger sind leer, weshalb der Staat mit Hilfe des Gesundheitsfonds sogar etlichen Kassen finanziell unter die Arme greifen muss. Doch selbst diese Maßnahme reicht bei einigen Krankenkassen nicht aus: Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, haben drei große Krankenkassen den Antrag gestellt, Zusatzbeiträge erheben zu dürfen. Einige weitere Kassen haben bereits signalisiert, diesen beispiel folgen zu wollen.

Laut den Aussagen von Experten ist die Lage sehr ernst. Die betroffenen Kassen haben keine andere Wahl, als einen Zusatzbeitrag zu erheben – nur so lassen sich die zusätzlichen Einnahmen erzielen, die unbedingt benötigt werden. Bisherigen Angaben zufolge haben die Versicherungsmitglieder dieser Kassen mit einer Beitragserhöhung von ungefähr acht Euro je Monat zu rechnen. Ob der Zusatzbeitrag flächendeckend kommen wird, ist nicht die aktuelle Frage – die Frage lautet eher, wann der Zusatzbeitrag kommen wird. Die erste Erhöhung gibt es voraussichtlich bereits ab dem nächsten Monat.

Von dieser Erhöhung der Versichertenbeiträge könnten sehr viele Bürger betroffen sein. Eine der Kassen, die bereits die Erhebung des Zusatzbeitrags angekündigt hat, ist die DAK: Sie zählt 4,6 Mio. Versicherte. Bis zum Ende des Jahres könnte die Zahl der Zusatzbeitragzahler jedoch wesentlich größer ausfallen: Etliche Krankenkassen stehen vor großen finanziellen Schwierigkeiten.

Privatversicherte brauchen sich im Hinblick auf dieses Thema keine Sorgen zu machen. Diese Diskussion wird ausschließlich von den Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung geführt. Allerdings muss angemerkt werden, dass auch die Anbieter privater Krankenversicherungen die gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem zu spüren bekommen. Zu Beginn des Jahres haben viele Versicherer die Beiträge erhöht.

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