Trotz Krise und Wirtschaftsflaute ist und bleibt der Traum von den eigenen vier Wänden eines der großen Lebensziele deutscher Verbraucher. Anders als in den USA oder Großbritannien dient die Wohnimmobilie hierzulande als sicherer Hafen für den Lebensabend und Pfand für schwere Zeiten. Aber vor dem Einzug muss jeder Bauherr einen gewaltigen Kraftakt stemmen, nicht zuletzt aufgrund des beträchtlichen Kapitalaufwandes. Und obwohl Experten immer wieder zu Finanzierungsmodellen mit einer Kombination aus Eigenkapital und Kredit raten, wecken die Versprechen einer Vollfinanzierung das Interesse mancher Haushalte.

Allerdings erweist sich eine Finanzierung ohne Eigenkapital in den meisten Fällen als ungeeignet, da diese Variante deutliche Risiken erkennen lässt. Wer sich für diese Form einer Baufinanzierung entscheidet, muss mit hohen Kosten rechnen. Grund sind zum einen die steigenden Kreditzinsen. Drohen bereits ab 60% Finanzierungsanteil spürbare Aufschläge, so ziehen Banken die Kostenschraube ab 80% noch einmal kräftig an. Und damit steigen natürlich nicht nur die Raten, auch die Entschuldung rückt in weitere Ferne. Einfaches Beispiel: Ein Darlehen mit 175.000 Euro und einer Laufzeit von 15 Jahren erbringt bei 1% Tilgung lediglich eine Tilgungsleistung von rund 42.000 Euro (6,15% eff. p.a.).

Daneben sollte ein Bauherr nie die Risiken des Alltags unterschätzen: Auch wenn so manches Haus für die Ewigkeit gebaut wird, seine Bewohner wechseln. Und nach einer Scheidung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes lässt sich eine hohe monatliche Rate für die Vollfinanzierung nur selten ohne Schwierigkeiten aufbringen. Betroffene sind also gezwungen, ihre Wohnimmobilie abzustoßen, was in vielen Fällen nur unter Verlusten möglich ist. Die Differenz zwischen Restschuld und Verkaufserlös geht immer zulasten des Kreditnehmers.


 

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