Wer als Riester-Sparer nicht genügend Eigenkapital für das Projekt Eigenheim aufbringen kann oder Besitzer einer fremdfinanzierten Immobilie ist und Monat für Monat unter den finanziellen Belastungen leidet, kann sich seit diesem Jahr den Traum vom Ruhestand in den eigenen vier Wänden auch mithilfe der Riester-Rente finanzieren lassen. Neben der Entnahme von Kapital für die Tilgung eines bestehenden Darlehens oder dem Einsatz der Riester-Rente als Eigenkapital für einen Neubau steht dem Sparer noch eine dritte Möglichkeit offen.

Mit dem Kapital lässt sich auch ein Bauspar-Vertrag monatlich ansparen. Allerdings ist jede der drei Möglichkeiten mit verschiedenen Nachteilen verknüpft, die es vorher abzuwägen gilt. Im letzten Fall wird in Zukunft wohl nur noch eine Verwendung der Wohnungsprämien für Riester-Sparer in Frage kommen, was die Verwendungsmöglichkeiten eines Bausparvertrages stark einschränkt. Bei einer Entnahme zum Kauf oder Bau der Immobilie kann dem Vertrag zwar eine beträchtliche Summe entnommen werden, allerdings kommt es hier zur nachgelagerten Besteuerung, die jeden Riester-Rentner trifft.

Für den Sparer wird in diesem Fall ein fiktives „Wohnförder-Konto“ eingerichtet, welchem ein 2%-iger Zinssatz gutzuschreiben ist. Zum Beginn der Auszahlungsphase muss dieser Betrag mit dem individuellen Einkommenssteuersatz versteuert werden. Hier steht entweder die Zahlung der Steuerleistung über einen Zeitraum von 23 Jahren oder die sofortige Tilgung der Steuerschuld zur Wahl. Im letzten Fall sinkt die Belastung auf 70%. Diese Regelung ist von vielen Seiten kritisiert wurden.

Ein weiteres Problem entsteht dann, wenn das Haus zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkauft werden soll. Sobald das Kapital hier nicht wieder in ein Eigenheim investiert wird, müssen die Zulagen zur Riester-Rente wieder zurückgezahlt werden.


 

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