Des einen Freud, des anderen Leid – ein altes deutsches Sprichwort, in dem auch heute noch so manches Körnchen Wahrheit zu finden ist. Speziell in den Zeiten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise trifft diese Aussage besonders zu. Denn während sich Finanzierungsneukunden über die gefallenen Kreditzinsen freuen, ärgern sich Anleger über die sinkenden Zinsen, da sich damit ihre Erträge verkleinern. Aber auch unter einem ganz anderen Standpunkt sorgt die Finanzkrise für Wirbel.

Sinkende Preise ziehen bei vielen Verbrauchern im ersten Moment sicher ein entspanntes Aufatmen nach sich, sind uns allen doch noch die Spritpreise des vergangenen Sommers in bester Erinnerung. War gestern noch von einer steigenden Inflation die Rede, macht dagegen heute immer wieder die Deflation von sich Reden. Allerdings hat auch diese ihre Tücken, speziell dann, wenn sie sich über einen langen Zeitraum ausdehnt. Speziell Bauherren, die erst seit zwei oder drei Jahren mit dem Tilgen ihres Baudarlehens beschäftigt sind, werden sich beim Blick auf die aktuellen Zinstabellen ärgern, schließlich müssen sie mit einem deutlich höheren Zinssatz leben.

Damit nicht genug kann ein Anhalten der Deflation auch dazu führen, dass Baufinanzierungskunden finanziell benachteiligt werden. Schuld sind Auswirkungen auf die Immobilien, welche bei einer Hypothek als Sicherheit dienen. Folgt deren Wert dem allgemeinen Preisniveau, müssen betroffene Häuslebauer zwar einen teuren Kredit tilgen, können aber am Ende keine ausreichende Sicherheit mehr vorweisen, da diese in ihrem Wert gesunken sind. Eine Seite sinkender Preise, auf die Presse und Medien leider so gut wie gar nicht hinweisen. Ob diese Entwicklung aber wirklich eintritt, darüber entscheiden die nächsten Monate.


 

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