Die Verhältnisse für private Anleger und Sparer wollen sich einfach nicht bessern. Die am Markt gebotenen Sparzinsen sind nach wie vor niedrig bemessen und es gibt keine Anzeichen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Zunehmend mehr Anleger sind frustriert und suchen daher nach alternativen Möglichkeiten der Geldanlage.

Seit einigen Wochen meinen zahlreiche Journalisten, eine Lösung gefunden zu haben. Es ist die Rede vom Aktienmarkt. Viele Jahre lang wurde in den Medien davon geraten, von Aktien lieber die Finger zu lassen, weil insbesondere deutsche Privatanleger immer wieder schlechte Erfahrungen machen. Doch nun scheinen die Redakteure umzuschwenken, plötzlich werden Aktien wieder empfohlen.

Dabei gilt der Zeitpunkt als fraglich. Längst hat der DAX neue Rekordstände angetestet, in den vergangenen Tagen hat er die Marke von 12.000 Zählern mehrfach über- und unterschritten. Interessierten Anlegern sollte dies zu denken geben. Der optimale Zeitpunkt für den Kauf von Aktien liegt schon lange zurück. Ein Anhalten des Kursfeuerwerks ist ungewiss, es könnte ebenso zu erheblichen Korrekturen kommen.

Es kommt auf den Einzelfall an

Für die gegenwärtige Situation gibt es keine Patentlösung. Auf der einen Seite haben etliche Experten recht, wenn sie sagen, dass sich private Anleger mehr für Aktieninvestments öffnen müssen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine sehr pauschale Empfehlung. Schlussendlich kommt es immer auf den jeweiligen Einzelfall an. So kommt es vor allem darauf an, bis zu welchem Zeitpunkt das Kapital zur Verfügung stehen muss und ob Verluste in der Zwischenzeit als tolerierbar gelten. Wer zum Beispiel Geld gespart hat, um sich in ein bis zwei Jahren ein Auto zu kaufen, wird ein deutlich höheres Maß an Sicherheit wünschen, als eine Person, die in den kommenden 30 Jahren für ihren Ruhestand sparen möchte.

So mancher Sparer ist deshalb weiterhin gut damit beraten, sich vorrangig im Bereich der sicheren Zinsprodukte (vor allem Tagesgeldanlagen) zu bewegen. Die Renditen mögen zwar nicht mehr so attraktiv wie früher sein, doch je nach Situation sind niedrige Zinsen immer noch besser als Verluste.


 

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