Bis vor wenigen Jahren wurde die Höhe der Grunderwerbsteuer vom Bund festgelegt. Allerdings wurde beschlossen, das Recht der Steuerfestsetzung auf die einzelnen Bundesländer zu übertragen. Dies geschah in der Hoffnung, dass der Wettbewerb angekurbelt und Wohneigentum womöglich sogar günstiger wird.

Allerdings gingen die Pläne der Verantwortlichen nicht auf. Schon nach kurzer Zeit kündigte Berlin an, Überschreibungen von Grund und Boden schon bald höher besteuern zu wollen. Das Land hat seit jeher mit leeren Kassen zu kämpfen, infolge sah man eine tolle Möglichkeit, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Es dauerte nicht lange, bis die anderen Bundesländer nachzogen und die Steuersätze nach und nach angehoben wurden. Bayern und Sachsen sind die beiden einzigen Bundesländer, die noch nicht an der Steuerschraube gedreht haben.

Als Nordrhein-Westfalen diesen Schritt im März 2012 ging, wurde die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 5,0 Prozent angehoben. Jedoch hat das Land mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, es wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, um die Finanzlöcher zu stopfen. Als Folge wurde beschlossen, eine erneute Anhebung der Grunderwerbsteuer vorzunehmen. Die Anpassung des Steuersatzes soll zu Beginn des kommendes Jahres erfolgen und sich auf eine weitere Erhöhung um 1,5 Prozent belaufen. Insgesamt wird der Steuersatz somit 6,5 Prozent betragen.

Aus der Sicht angehender Bauherren und Hauskäufer ist dies eine sehr enttäuschende Entwicklung. Immerhin sind die Mehrkosten nicht außer Acht zu lassen. Wer beispielsweise ein Eigenheim zu einem Preis von 300.000 Euro erwirbt, muss bisher 15.000 Euro an Grunderwerbsteuer abführen. Die Erhöhung des Steuersatzes wird zu stattlichen Mehrkosten führen, ab dem nächsten Jahr läge die Steuerlast dann bei 19.500 Euro.

Es überrascht nicht, dass die Verärgerung unter den angehenden Eigenheimbesitzern groß ist. Viele Bürger von NRW werfen der Landesregierung einen Bruch des Wahlversprechens vor, da führende Politvertreter einst beteuerten, man werde die Grunderwerbsteuer nicht anrühren.


 

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