Im Zuge der Verabschiedung des Eigenheimrentengesetzes können künftige Hausbesitzer ihre Riester-Zuschläge direkt in die Tilgung eines von einigen Banken bereits angebotenen Wohn-Riester-Darlehens einfließen lassen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Annuitätendarlehen, die anstelle eines Bausparvertrages und in Kombination mit den staatlichen Zulagen eine attraktive Alternative zu anderen Finanzierungsformen darstellt.

Künftige Bauherren und Besitzer von Wohneigentum müssen demnach nicht mehr auf die Zuteilung von Bausparsummen warten bzw. lange Ansparzeiten berücksichtigen, sondern können eine von mehreren Angeboten gemäß des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes (AltZertG) nutzen, um durch das Einfließen aller Riester-Zulagen (also auch jene für Kinder) entweder die Tilgungsraten auf die Zulage zu beschränken oder aber auch durch entsprechende zusätzliche Eigenleistung die Tilgungszeit verringern und damit bares Geld in Form von niedrigerer Zinsbelastung zu sparen. Viele Banken bieten weiterhin ein Sondertilgungsrecht an, welches der maximalen Höhe der förderfähigen Beiträge zur privaten Altersvorsorge entspricht. Dabei muss jedoch gewährleistet sein, dass es sich um den Bau oder Kauf von selbstgenutzten Immobilien handelt, dies auch der (künftige) Hauptwohnsitz ist und der Tilgungsplan Schuldenfreiheit bis spätestens zum 68.Lebensjahr des Darlehensnehmers vorsieht. Zudem darf die Immobilie erst nach 2007 erworben worden sein.

Steuerlich betrachtet greift auch bei Wohn-Riester-Darlehen die nachgelagerte Besteuerung im Sinne einer Steuerbegünstigung während der Tilgungsphase. Im Detail heißt dies, dass Zulagen und Tilgungsbeiträge auf einem fiktiven Wohnförderkonto vermerkt und mit 2% p.a. verzinst werden. Sobald der Ruhestand angetreten wird, sind die Beträge auf dem Konto zu versteuern. Hierbei kann zwischen zwei Varianten gewählt werden: Man zahlt regelmäßige Steuern bis zum 85.Lebensjahr oder aber man tilgt die Steuerschuld auf einen Schlag und erhält dafür einen Abschlag von 30%.


 

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