Sicherheit / Risiko

In diesem Monat ist die Wohnimmobilienkreditrichtlinie endgültig in Kraft getreten, d.h. die letzten Übergangsfristen dann verstrichen. Sie wurde von der Regierung aufgrund einer EU-Vorgabe umgesetzt – mit dem Ziel, die Vergabe von Hypothekendarlehen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten zu harmonieren.

Die Richtlinie ist gerade erst vollständig in Kraft getreten, da beschäftigt sich die Regierung bereits mit dem nächsten relevanten Thema. Die große Koalition verfolgt das Ziel, die Vergabe von Hypothekendarlehen noch stärker zu regulieren. Unter anderem wird im zuständigen Fachausschuss darüber diskutiert, die Darlehensvergabe zu deckeln. Anders gesagt: Den Banken könnte vorgeschrieben werden, dass sie Immobiliendarlehen nur noch bis in bestimmte Höhe vergeben dürfen. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, die Verbraucher besser zu schützen.

Regierung will noch stärker regulieren

Zunächst ist anzumerken, dass es sich hierbei lediglich um Überlegungen handelt, d.h. ein endgültiger Gesetzentwurf liegt noch nicht vor. Dennoch sind die Gemüter schon jetzt aufgebracht, es hagelt Proteste von allen Seiten. Dies ist verständlich, denn womöglich könnte die Vergabe von Immobiliendarlehen erheblich eingeschränkt werden und es wird dadurch vielen Bürgern die Möglichkeit genommen, ihren Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

In Foren, Blogs und im Social Media Umfeld mehren sich die kritischen Stimmen. Es sind vor allem die Bürger selbst, die sich über den Plan der Regierung ärgern. Sie fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Vertreter der Banken und Versicherer äußern sich vorsichtiger, aber befinden sich letztlich auf demselben Kurs: Auch Sie können nicht nachvollziehen, weshalb die Regierung eine solche Deckelung plant. Schließlich sind die Darlehensgeber ohnehin schon vorsichtiger geworden. Mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurden Vorkehrungen getroffen, die eine Überschuldung angehender Bauherren und Käufer verhindern sollen.

Derzeit lässt sich nur schwer sagen, wie sich die Angelegenheit entwickeln wird. Doch in Anbetracht des teilweise erheblichen Widerstands ist denkbar, dass die Regierung von ihrem Vorhaben absieht und doch keine Deckelung der Darlehensbeträge gesetzlich verankert.

Sollte es anders kommen, brauchen sich potentielle Bauherren und Käufer trotzdem nicht zu fürchten. Schließlich befindet sich die Regierung nicht in der Lage, solch ein Vorhaben von heute auf morgen zu realisieren. Bestes Beispiel ist die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die bereits vor geraumer Zeit beschlossen, aber erst jetzt vollständig umgesetzt wurde.

Eigenkapital für mehr Unabhängigkeit

Außerdem gibt es Wege und Möglichkeiten, um die eigene Bonität zu verbessern. Insbesondere der Einsatz von Eigenkapital spielt bei der privaten Baufinanzierung eine große Rolle. Je mehr Kapital ein angehender Darlehensnehmer vorweisen kann, desto leichter erhält er eine Finanzierungszusage. Außerdem verringert sich damit sein Bedarf an Fremdkapital, sodass er gar nicht mehr auf allzu hohe Darlehensbeträge angewiesen ist.

Unter dem Strich kann also allen angehenden Bauherren und Käufern nur dazu geraten werden, die Zwischenzeit zu nutzen. Wer nicht demnächst finanzieren möchte, sollte so gut es geht sparen. Zwar mag dies nicht immer leicht fallen, aber die Bildung eines möglichst großen Finanzpolsters lohnt sich. Außerdem ist es ggf. schon möglich, sich jetzt die Konditionen für eine spätere Finanzierung zu sichern. Gerne beraten wir sie unabhängig und neutral zu diesem Thema. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share