Lange Zeit bestand an der privaten Pflegeversicherung kein sehr großes Interesse. Die meisten Bürger hatten sich dezent zurückgehalten, weil ihnen die finanzielle Belastung zu hoch erschien. Für einen durchschnittlichen Tarif müssen Personen im mittleren Alter einen Beitrag von Höhe von ca. 50 Euro pro Monat entrichten. Besonders wenn schon Beiträge für BU-Versicherung und private Altersvorsorge fällig werden, möchten viele Personen eine weitere Ausgabe meiden.

Angesichts dieser Zurückhaltung wurde im vergangenen Jahr die Pflege-Bahr Förderung aufgelegt. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Förderung, die vom Staat geleistet wird. Ihr Prinzip ist ganz simpel: Wer eine private Pflegeversicherung abschließt, erhält finanzielle Unterstützung vom Staat. Diese beläuft sich zwar nur auf 5 Euro pro Monat. Doch weil ein Tarif nicht mehr als 10 Euro pro Monat kosten muss, damit der Zuschuss erhältlich ist, bleiben die Gesamtkosten überschaubar.

Der Anreiz, sich zu versichern, wurde mit der staatlichen Förderung maßgeblich erhöht. Wie der PKV-Verband in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, kann die Branche nicht klagen. Zu Beginn des Jahres wurden im Durchschnitt 240 Verträge täglich abgeschlossen – mittlerweile sind es rund 1.600 Verträge pro Tag. Inzwischen rechnet der Verband damit, dass bereits im kommenden Jahr der einmillionste Vertrag abgeschlossen wird.

Obwohl diese Entwicklung im Allgemeinen als erfreulich gilt, hagelte es auch Kritik. Diese kommt vor allem aus den Reihen der Verbraucherschützer. Diese beklagen die enthaltenen Leistungen: Gerade bei den Pflege-Bahr Produkten, die sehr günstig sind, kommen die Leistungen häufig zu kurz. Interessenten sollten sich daher unbedingt Zeit lassen bzw. sich ausführlich informieren und Angebote vergleichen, bevor sie sich festlegen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die eigentliche Absicherung nicht zu kurz kommt.


 

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