Der Kostendruck im Gesundheitswesen geht auch den privaten Krankenversicherungen nicht vorüber. Im vergangenen Jahr gab es mehr Streitfälle zwischen den Assekuranzen und ihren Versicherten über die Notwendigkeit bestimmter medizinischer Leistungen. Bei Ombudsmann und Schlichter Helmut Müller jedenfalls gingen im Jahr 2008 mit 4.400 Beschwerden rund 10 Prozent mehr Anträge auf Schlichtung ein als im Vorjahr. Dies ist nach Einschätzung von Experten ein deutliches Indiz dafür, dass sich auch die PKV und ihre Mitglieder auf härtere Zeiten einstellen müssen. In den Zahlen sind noch nicht alle Auswirkungen der letzten Gesundheitsreform berücksichtigt.

Wer bereits in der PKV Mitglied ist, wird sich – wie auch schon in den letzten Jahren – auf sukzessive steigende Beiträge einrichten müssen. Dies ist unter anderem in der demographischen Entwicklung der BRD begründet, die nicht nur die gesetzliche Rentenversicherung überfordert, sondern auch auf das Gesundheitswesen starken Druck ausübt. Die gestiegene Zahl der Anträge auf Schlichtung resultiert nach Aussage Müllers aus den schärferen Kontrollen der Versicherungen. Diese prüfen aufgrund der angespannten Kostensituation mehr denn je, ob bestimmte Behandlungen tatsächlich erforderlich sind. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 30 Prozent der Streitfälle zwischen Versicherten und Versicherung geschlichtet werden.

Wer neu in die private Krankenversicherung eintreten will ist gut beraten, neben Prämien und dem Leistungskatalog auch in Erfahrung zu bringen, ob eine Versicherung besonders häufig in Schlichtungsfälle involviert ist. Dies könnte auf einen sehr hohen Kostendruck zurückzuführen sein und ist für Versicherte letztlich ein Nachteil. Auch die Erfahrungen anderer Kunden können in dieser Hinsicht sehr wertvoll sein.


 

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