Eine neue Art von Email-Spam macht derzeit in Deutschland die Runde. In den zahlreichen Emails, die seit Tagen massenhaft versendet werden, geht es ausnahmsweise nicht um Potenzmittel, gefälschte Uhren oder günstige Software. Stattdessen wird ein angeblich kostenloser Vergleich angeboten, der bei der Suche nach einer privaten Krankenversicherung behilflich sein soll.

Noch sind die Versender der Mails nicht bekannt; allerdings kann schon jetzt gesagt werden, dass es sich bei ihnen um Betrüger handelt. Ein PKV-Vergleich wird nämlich gar nicht angeboten – den Betrügern geht es ausschließlich darum, persönliche Daten abzugreifen. Was mit diesen Daten geschehen wird, ist noch unklar. Es wäre denkbar, dass sie später an Versicherungsmakler verkauft werden. Allerdings müssen Betroffene, die ihre persönlichen Daten eintragen, noch mit ganz anderen Angeboten rechnen: Die Betrüger könnten die Daten auch an viele weitere Branchen verkaufen.

Dass es zu dieser Art von Spam-Welle gekommen ist, dürfte vor allem mit der Pleite der City BKK zu tun haben. Rund 30.000 der ehemals 130.000 Kassenmitglieder haben nämlich noch immer keinen Wechsel der Krankenkasse vorgenommen. Da weitere Krankenkassen vor der Pleite stehen, dürfte das Interesse an der PKV bei zahlreichen Kassenpatienten ausgeprägt sein.

Die Spam-Mails sind übrigens so aufgebaut, dass der Eindruck entsteht, Verbraucherschützer seien der Absender. Mehrere Verbraucherschutzorganisationen haben bereits Stellung zu diesem Thema bezogen und explizit vor der Masche gewarnt. Interessenten sollten auf gar keinen Fall ihre persönlichen Daten übermitteln. Viel sinnvoller ist es, die Spam-Mails einfach zu löschen und somit den Abzockern keine Chance zu geben.


 

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