Obwohl 2011 eher als Krisenjahr gilt, hat die private Krankenversicherung im Vergleich zu 2010 viele Neukunden gewinnen können. Bereits im ersten halben Jahr hat die PKV einen Zuwachs von 54.000 Neukunden verzeichnet. So ist die Zahl der privatversicherten Deutschen auf 8,95 Millionen gestiegen. Neben dem Sektor der privaten Krankenvollversicherungen konnte die PKV auch im Bereich der Krankenzusatzversicherungen eine immense Steigerungsrate feststellen. So sind bis Juni 2011 knapp 119.000 neue Zusatzpolicen abgeschlossen worden.
Ursache für diesen großen Aufschwung könnten unter anderem der Wegfall der 3-jährigen Wechselgrenze und auch der gestiegene Einkommensdurchschnitt sein, wie der Verband der privaten Krankenversicherer (PKV Verband) vermutet. Die bisherige Wechselgrenze ist zu Beginn des Jahres 2011 abgeschafft worden und durch eine einjährige Frist ersetzt worden. Durch das Wegfallen der 3-Jahres-Frist gab es in der privaten Krankenversicherung jedoch auch eine sehr große Zahl von Zahlungsausfällen. In der Konsequenz reagierten zahlreiche private Krankenversicherungen wie beispielsweise die Hallesche, die AXA und die HanseMerkur darauf mit Veränderungen ihrer Annahmerichtlinien bzw. einer Einführung strengerer Bonitätsprüfungen für bestimmte Berufsgruppen. Die Hallesche Krankenversicherung konnte erst vor einigen Tagen Erfolge mit dem Einsatz der neuen Bonitätsprüfung verkünden.
Dessen ungeachtet wird für 2012 vom der PKV-Verband wieder ein reger Neukundenzufluss prognostiziert. Infolge der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze gibt es einen weiteren Grund für Gutverdienende, in die private Krankenversicherung überzutreten. Versicherte werden auch wegen der stetigen Leistungskürzungen in der GKV immer öfter dazu gebracht, sich mehr für die Leistungen und Preismodelle der PKV zu interessieren.


 

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