Der Wechsel in die private Krankenversicherung könnte schon in einigen Jahren deutlich erschwert werden. Dies zumindest befürchten Kritiker der Gesundheitsreform, die auf die drohende finanzielle Unterversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinweisen. Diese könnte dazu führen, dass der Gesetzgeber die Grenze zur Versicherungspflicht – und mit ihr die Beitragsbemessungsgrenze – auf einen Schlag deutlich anhebt. Dies wurde bereits im Jahr 2003 so gemacht, als die Grenze um mehr als 13 Prozent angehoben wurde.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beläuft sich derzeit auf 15,5 Prozent. Im Rahmen des Konjunkturpaketes wird er zum ersten Juli auf 14,9 Prozent gesenkt. Die Herabsetzung wurde beschlossen, um die Konjunktur zu stützen. Die Entlastung aber wird den ohnehin knapp bemessenen Spielraum der Kassen nach Ansicht von Kritikern weiter einengen und schon bald zu einem Defizit führen. Dieses dürfte durch die Finanz- und Wirtschaftskrise und die mit ihr einhergehende zusätzliche Arbeitslosigkeit weiter wachsen. Nach den Bundestagswahlen im September könnten also schon neue Belastungen auf die Versicherten zukommen.

Die Anhebung der Grenze zur Versicherungspflicht betraf im Jahr 2003 nicht diejenigen Versicherten, die bereits in der PKV versichert waren und die nach der Anhebung eigentlich unter die Grenze gerutscht wären, wodurch sie wieder der Versicherungsplicht unterlegen hätten. Der Gesetzgeber führte damals für die Betroffenen eine Sonderregelung ein. Es könnte diesmal so ähnlich kommen, meinen jedenfalls viele Kritiker. Wer mit einem Wechsel in die Private Krankenversicherung liebäugelt und ein Einkommen in der Nähe der relevanten Grenzen erzielt, ist deshalb gut beraten, sein Vorhaben möglichst bald in die Tat umzusetzen.


 

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