Man bekommt relativ häufig zu hören, dass sich Privatpatienten klar im Vorteil befinden, wenn es um die Zuteilung von Arztterminen geht. Allerdings sind derartige Aussagen vorrangig auf persönliche Meinungen gestützt. Untersuchungen, die dies eindeutig belegen, gab es bisher nicht. Bis jetzt: Die Betriebskrankenkassen haben eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, um in Erfahrung zu bringen, wie es um die Zuteilung von Terminen sowie Wartezeiten im Wartezimmer tatsächlich bestellt ist.

Das Ergebnis der Umfrage bestätigt die bisherigen Vermutungen. Patienten, die über den Schutz einer privaten Krankenversicherung verfügen, kommen beim Arzt schneller dran. Dies gilt besonders für die Zuteilung von Terminen. Ein Kassenpatient muss im Durchschnitt ganze 20 Tage warten, bis er einen Arzttermin wahrnehmen kann. Der Privatpatient muss zwar ebenfalls warten, allerdings beträgt die Wartezeit im Durchschnitt nur 14 Tage.
Auch im Wartezimmer scheint es gewisse Unterschiede zu geben. Wie aus der besagten Umfrage hervorgeht, müssen Kassenpatienten im Durchschnitt 27 Minuten im Wartezimmer verweilen, bis sie behandelt werden. Privatpatienten kommen im Durchschnitt auf eine Wartezeit von 21 Minuten.

Weshalb diese Unterschiede bei den Wartezeiten existieren, ist im Prinzip ganz einfach: Für die Ärzte ist es lukrativer, die privat versicherten Patienten zu behandeln. Die Abrechnung gestaltet sich vergleichsweise leicht und außerdem lassen sich höhere Kosten abrechnen. Um diese Patienten nicht zu verlieren, werden die Privatversicherten oft bevorzugt behandelt. Allerdings gilt dies nicht für Notfälle: In Notfällen müssen Ärzte sofort handeln und dürfen sich gar nicht nach dem Versicherungsschutz erkundigen.


 

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