Die moderne Arbeitswelt fordert von den Berufstätigen ihren Tribut. Zunehmend mehr Arbeitnehmer stehen unter unter dauerhaftem Stress, weil sie einem enormen Leistungs- und Zeitdruck ausgesetzt sind. Nicht alle kommen hiermit klar, was vor allem ein Blick auf die Krankheitstage bestätigt.

Eine große Krankenkasse ließ die Daten zu Krankheitstagen ihrer Mitglieder auswerten und stellte hierbei fest, dass Arbeitsunfähigkeit (die vorübergehende Unfähigkeit, nicht zu arbeiten) zugenommen hat. Die Mitglieder kommen im Durchschnitt auf einen Wert von knapp 19 Arbeitstagen pro Jahr, an denen sie krank geschrieben und somit arbeitsunfähig gemeldet sind. Dies verkörpert einen erheblichen Anstieg – zehn Jahre zuvor lag dieser Wert um ca. 40 Prozent niedriger. Die Aussage, dass Arbeitnehmer aus Angst vor Kündigungen trotz Krankheit zur Arbeit gehen, ist damit widerlegt: Die Krankheitstage haben zugenommen.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen bestätigt einen Zusammenhang mit der stressigen Arbeitswelt. Immerhin hat der Anteil psychischer Erkrankungen signifikant zugelegt, Burnout ist zum Beispiel ein Problem, das eine immer größere Anzahl an Berufstätigen betrifft.

Angesichts dieser Entwicklung sollte man meinen, den Berufstätigen würde umso mehr daran liegen, ihre Arbeitskraft finanziell abzusichern. Tatsächlich befindet sich die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch im Rückwärtsgang. Dies bestätigt ein Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 42 Mio. Beschäftigte gezählt, der Zuwachs betrug mehr als 300.000 Personen. Bei den BU-Policen hat sich der Bestand jedoch um rund 90.000 Verträge verringert, sodass er mittlerweile weniger als 17 Mio. Policen zählt.

Dabei darf das frühzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben nicht unterschätzt werden, denn zunehmend mehr Bürger sind betroffen. Grund für den Rückgang der aktiven BU-Policen dürften die Kosten sein: Viele Berufstätige sind nicht dazu bereit, die vergleichsweise hohen Beiträge aufzuwenden.


 

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