In Deutschland liegt die Selbständigkeit im Trend. Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Berufstätige, die ihren Lebensunterhalt als Gewerbetreibende bestreiten. Hierbei fällt auf, dass vor allem Kleinunternehmen stark auf dem Vormarsch sind. Zahlreiche Selbständige erzielen ihren Verdienst ganz alleine bzw. ohne Unterstützung durch Mitarbeiter.

Viele dieser Selbständigen werden mit ihrer Arbeit nicht reich. Ganz im Gegenteil: Die Einnahmen genügen meist gerade so, um finanziell über die Runden zu kommen. Infolge kommt die soziale Absicherung häufig zu kurz. Vor allem die Altersvorsorge verkörpert ein ganz immenses Problem: Weil keine Rentenversicherungspflicht besteht, zahlreiche etliche Selbständige in keine Rentenkasse ein. Zugleich wird die private Altersvorsorge gerne aufgeschoben, denn oft fällt es schwer, mehrere hundert im Euro pro Monat auf die Seite zu legen – viele Menschen wollen jetzt leben und können sich daher nicht für das Sparen erwärmen.

Laut einem Beitrag von Spiegel Online leben in Deutschland schätzungsweise 1,8 Millionen Selbständige, die nicht rentenversichert sich und auch sonst keine private Altersvorsorge betreiben. Viele dieser Personen laufen Gefahr, dass sie im Alter in Armut leben müssen. Das Problem ist die fehlende Rente: Von Staat kommt keine oder lediglich eine sehr geringe Rente. Wer nicht private Vorsorge geleistet hat, muss dann sehen, wie er finanziell über die Runden kommt.

Die Einführung einer Pflichtversicherung ist sicherlich der falsche Ansatz, aber zumindest könnte der Gesetzgeber mehr Anreize schaffen. So lässt beispielsweise die Rürup-Rente stark zu wünschen übrig. Zuschüsse gibt es vom Staat keine, lediglich die Beiträge können steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings gibt es hier einen Haken: Das Absetzen der Vorsorgebeiträge lohnt sich in erster Linie für Besserverdiener. Außerdem sind die geleisteten Beiträge nicht mehr zugänglich: Sie bleiben bei den Anbietern der Rentenversicherungen – und das auch über den Tod hinaus. Dementsprechend kann das gebildete Kapital nicht vererbt werden. Kein Wunder also, dass die Rürup-Rente keinen allzu großen Anklang findet.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share