Der Sparzwang ist inzwischen auch bei den Mitgliedern der privaten Krankenversicherung angekommen. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man die Nachrichten der letzten Tage und Wochen etwas genauer liest. Speziell im Internet sind immer wieder Mitteilungen und Gerichtsurteile aufgetaucht, die sich mit dem Umfang und Ausmaß der privatwirtschaftlichen Sparpolitik auseinandersetzten. Die Versicherungsgesellschaften scheinen es immer häufiger abzulehnen, für Behandlungskosten ihrer Patienten aufzukommen.

Hervorgehoben seien an dieser Stelle nur zwei Fälle. Zum einen hatte ein Mitglied der PKV geklagt, da ihm der Versicherer die Erstattung der Kosten für eine therapeutische Behandlung nach einem Unfall verweigerte. Grund der Weigerung war das Versäumnis des Patienten, vor Beginn der Therapie schriftlich bei der Versicherungsgesellschaft anzufragen, ob die Behandlung genehmigt würde. Aufgrund dieses Verstoßes ließ die PKV den Patienten auf den Kosten für die Therapie sitzen. Eine ähnliche Erfahrung machte eine Frau nach einem Schlaganfall. Sie ließ sich im Rahmen der Behandlung in einer Reha-Klinik therapieren. Und das obwohl sich in ihrem Wohnort eine entsprechende Einrichtung befand. Es wäre also ein Leichtes gewesen, die Behandlung ambulant fortzusetzen, anstatt sich über Monate in der Klinik stationär aufzuhalten. Zumindest war die private Krankenversicherung dieser Meinung und verweigerte prompt die vollständige Übernahme aller für die Therapie entstandenen Kosten. Entgegen der Forderung nach einer Leistungsübernahme im Umfang von fünf Monaten war die Versicherungsgesellschaft nur zu insgesamt 10 Wochen bereit.

Das OLG Koblenz teilte die Ansicht des Versicherers und entschied im Verfahren gegen die Patienten, welche nun neben den Kosten der Behandlung auch noch zusätzliche Aufwendungen zu tragen hat.


 

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