Es gab Zeiten, in denen die energetische Gebäudesanierung schon einmal stärker gefördert wurde. Derzeit sind nur vergleichsweise wenige Fördermittel zugänglich, weshalb sich zahlreiche Immobilieneigentümer mit der oftmals aufwendigen Sanierung zurückhalten. Die Kosten, die mit einer energetischen Gebäudesanierung in Verbindung stehen, liegen nämlich beachtenswert hoch. Im Durchschnitt müssen ca. 70.000 Euro aufgewendet werden, um den Energieverbrauch eines älteren Bestandsobjekts auf das heute akzeptable Niveau zu reduzieren.

Dass momentan so wenige Fördermittel zur Verfügung stehen, hat in erster Linie mit den Sparpaketen zu tun, die von der Regierung während der Wirtschaftskrise beschlossen wurden. Allerdings ist man in Regierungskreisen zur Ansicht gekommen, dass sich die energiepolitischen Ziele nur erreichen lassen, wenn bei den Bestandsimmobilien angesetzt wird. Außerdem hat sich die Wirtschaft erholt, wodurch es wieder leichter geworden ist, entsprechende Fördermittel zur Verfügung zu stellen.

In der vergangenen Woche hatte man sich im Bundestag darauf verständig, die energetische Sanierung wieder stärker fördern zu wollen. Ab dem nächsten Jahr sollen Fördermittel in Höhe von voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Unter welchen Bedingungen die Fördermittel zugänglich gemacht werden und in welcher Form dies geschieht, ist nach wie vor unklar.
Experten gehen davon aus, dass es noch einige Wochen oder womöglich sogar Monate dauern wird, bis sämtliche Details geregelt sind. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass auf Eigentümer ein höherer Druck ausgeübt werden soll. Bisher wurden ausschließlich freiwillig durchgeführte Sanierungen gefördert. Um die Klimaziele zu erreichen, die für 2050 definiert wurden, könnte es allerdings erforderlich sein, Eigentümer unter Druck setzen bzw. sie zur Sanierung zu zwingen. Ausarbeitung und Umsetzung eines solchen Konzepts gelten jedoch als kompliziert.


 

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