Auf dem deutschen Wohnungsmarkt besteht ein großer Sanierungsbedarf. Der Großteil aller Bestandsobjekte befindet sich energietechnisch betrachtet auf einem alten Stand. Für die Eigentümer und Nutzer bedeutet dies, hohe Energiekosten in Kauf nehmen zu müssen. Der Regierung liegt eine Menge daran, die Situation zu verbessern. Wenn die für 2050 definierten Klimaziele erreicht werden sollen, müssen unzählige Gebäude energietechnisch saniert werden.

Zwar können sich immer mehr Eigentümer für Gebäudesanierungen erwärmen, doch letztlich werden immer noch viel zu wenig Objekte saniert. Die Regierung hatte deshalb beschlossen, die private Gebäudesanierung wieder stärker zu fördern. Vor wenigen Wochen wurde deshalb ein entsprechendes Gesetz vom Bundestag verabschiedet. Es sah vor, dass Eigentümer ihre Sanierungsinvestitionen leichter von der Steuer absetzen können.
Doch dann kam alles anders: Ganz überraschend hat sich der Bundesrat am vergangenen Freitag gegen das Gesetz gestellt. Die Bundesländer stimmten gegen das Gesetz, weil sie hohe Steuerausfälle befürchten. Bisher wurde die energetische Sanierung überwiegend durch den Bund gefördert, der Fördermittel über die KfW Bank zur Verfügung gestellt hatte. Doch in diesem Fall wollte der Bund sparen: Anstatt Fördergelder bereitzustellen wollte man schlichtweg einen Steuervorteil gewähren. Für die Länder hätte dies bedeutet, einen Steuerausfall in Höhe von 900 Mio. Euro in Kauf nehmen zu müssen.

Nach aktuellem Stand der Dinge gilt das Gesetz als gekippt. Allerdings besteht noch Hoffnung: Bundestag und Bundesrat können den sogenannten Vermittlungsausschuss anrufen und auf diesem Weg versuchen, eine Einigung zu erzielen. Für den Markt wäre dies wichtig: Viele Eigentümer sind auf eine Förderung angewiesen, um ihre Sanierungsvorhaben umsetzen zu können.


 

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