In den letzten Tagen wurden einige PKV-Versicherer vermehrt kritisiert, weil sie ihre Bonitätsprüfungen verschärft haben. Die Prüfungen erschweren den Zugang in die PKV. Bestimmten Interessenten kann der Zugang zur privaten Krankenversicherung verwehrt werden, obwohl sie aus gesetzlicher Sicht die Anforderungen erfüllen und außerdem auch einen ausreichend guten Gesundheitszustand aufweisen.

Allerdings verfahren die Versicherer nicht grundlos auf diese Weise. Grund für die strengeren Bonitätsprüfungen ist die Tatsache, dass die PKV-Anbieter immer häufiger säumige Beitragszahler innerhalb der eigenen Reihen haben. In verschiedenen Medien wurde zuletzt die Zahl von 90.000 PKV-Versicherten genannt, die ihren Versicherungsbeitrag nur unregelmäßig oder teilweise auch gar nicht entrichten.
Für die Versicherungsunternehmen stellen die säumigen Beitragszahler ein ernsthaftes Problem dar. Viele PKV Tarife (vor allem die günstigen Einsteigertarife) sind knapp kalkuliert, sodass ausbleibende Beitragszahlungen schnell zu finanziellen Schwierigkeiten für die Anbieter führen. Für die Versicherer ist es daher sinnvoll, neue Versicherungsnehmer genau auszuwählen bzw. im Rahmen der Auswahl auch zu überprüfen, wie es um deren Bonität bestellt ist. Es ist anzumerken, dass dies nur für die konventionellen PKV-Tarife gilt. Der Basistarif gilt von der Prüfung als ausgeschlossen.

Alles in allem ist diese Entwicklung als positiv einzustufen. Die verschärften Bonitätsprüfungen könnten in der Tat dazu beitragen, dass überwiegend neue Versicherungsmitglieder aufgenommen werden, die ihrer Beitragspflicht nachkommen und somit das System der PKV finanziell stützen. Säumige Beitragszahler stellen hingegen für alle Versicherten ein Problem dar: Je mehr Versicherungsnehmer ihre PKV Beiträge nicht regelmäßig entrichten, desto stärker geht dies auf die Kosten aller Versicherten.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share  Share