Etliche PKV Anbieter haben in den letzten Jahren neue Tarife aufgelegt. Viele dieser Tarife zeichnen sich durch vergleichsweise günstige Beiträge aus. Versicherungsnehmer können die Leistungen bei vielen dieser Tarife gezielt wählen und somit nicht nur einen günstigen, sondern eben auch maßgeschneiderten Versicherungsschutz erlangen.

Da wundert es nicht, dass viele Bestandskunden einen Wechsel vornehmen wollen. Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung sind mittlerweile möglich – wobei angemerkt werden muss, dass sich ein Wechsel in der Praxis nicht immer ganz so leicht gestaltet wie häufig angenommen wird. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Versicherer sogenannte Tarifstrukturzuschläge berechnen, wenn es zum Wechsel kommt.

Mit einem Tarifstrukturzuschlag möchte der Versicherer einen angeblichen Kostenverlust ausgleichen, der durch den Wechsel entsteht. Viele PKV-Anbieter behaupten von sich, dass ihre neuen PKV-Tarife auf eine vollkommen andere Tarifstruktur aufgebaut sind und deshalb ein direkter Vergleich mit den älteren Tarifen nicht möglich ist. Aufgrund der abweichenden Kalkulation müssten Bestandskunden, die einen Wechsel vornehmen, einen höheren Beitrag entrichten.

Dieser Verfahrensweise hat das Bundesverwaltungsgericht nun einen Riegel vorgeschoben. Das Gericht hat entschieden, dass die Versicherer nicht dazu berechtigt sind, einen pauschalen Tarifzuschlag zu erheben, der automatisch für jeden Wechselkunden gilt. Für alle Wechselwilligen sind dies gute Nachrichten: Es ist davon auszugehen, dass die Versicherer bald reagieren und ihre Tarife entsprechend anpassen bzw. der Wechsel erleichtert wird.

Allerdings gilt es ebenso zu berücksichtigen, dass lediglich pauschale Tarifzuschläge als ungültig erklärt wurden. Individuell ermittelte Aufschläge gelten deshalb nicht automatisch als ausgeschlossen.


 

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