Viele Eigenheimbesitzer ärgern sich darüber, dass sie ihre Darlehen nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen haben. Schließlich sind die Hypothekenzinsen in den vergangenen Jahren ganz erheblich gefallen. Um dennoch in den Genuss der gegenwärtigen Niedrigzinsen zu gelangen, zielen immer mehr Darlehensnehmer darauf ab, auf dem Rechtsweg aus ihren Finanzierungen auszusteigen.

Grund dafür sind Rechtsfehler, die sich die Banken geleistet haben. Inzwischen wurde vom Bundesgerichtshof bestätigt, dass viele der früher verwendeten Formulierungen rechtlich gesehen nicht zulässig sind. Die Banken hätten sich stärker an Mustertexte halten müssen. Aufgrund der Abänderungen habe die Widerrufsfrist bei vielen Darlehensverträgen noch nicht begonnen.

Es steigt die Anzahl derer, die sich diesen Umstand zunutze machen und aus ihren Verträgen aussteigen wollen. Allerdings sei eine Sache angemerkt: Die Banken werden einem Widerruf, der mit einer falsch formulierten Widerrufsbelehrung begründet wird, nicht einfach zustimmen. Schließlich würde die vorzeitige Beendigung einer Finanzierung zu niedrigeren Erträgen führen, sodass die Banken mit ihren Darlehen womöglich Verlust machen.

Erste Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, dass sich die Banken zurückhalten und auf einfache Schreiben im Regelfall nicht reagieren bzw. sie nicht zustimmen. Verbraucher, die sich dennoch durchsetzen möchten, haben oft gar keine andere Wahl, als einen Fachanwalt aufzusuchen. Ob sie dann Erfolg haben, ist ebenfalls nicht gewiss. Hinzu kommt das Risiko, die hiermit verbundenen Kosten selbst tragen zu müssen – und die können sich schnell auf einen stattlichen Betrag belaufen.

Außerdem haben sich Darlehensnehmer ganz bewusst für ihre Verträge entschieden und waren einst mit den Konditionen einverstanden. Dass sich die Zinsmärkte ändern, ist vollkommen normal. Wären die Zinsen in der Zwischenzeit gestiegen, würde wohl kaum jemand auf einen vorzeitigen Ausstieg bestehen.


 

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