Die Zeiten, in denen man bei der Baufinanzierung mindestens 20 Prozent Eigenkapital einsetzen musste, sind schon lange vorüber. Vor allem die Direktbanken haben das Geschäft mit der Baufinanzierung ordentlich umgekrempelt. Heutzutage ist es möglich, Immobilien auch ohne den Einsatz von Eigenkapital zu finanzieren. Die sogenannte Vollfinanzierung liegt in aller Munde – insbesondere online findet man sehr viele Beiträge, die diese Form der Finanzierung propagieren.

Wenn man sich ausschließlich online informiert, kann es allerdings passieren, dass man einen falschen Gesamteindruck erhält. Denn nur weil die Vollfinanzierung auf vielen Webseiten empfohlen wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass es sich um die richtige Form der Baufinanzierung handelt. Interessenten sollten sich deshalb sehr genau überlegen, ob diese Finanzierungsvariante tatsächlich für sie in Frage kommt.

Im Grunde genommen spricht nichts gegen die Baufinanzierung ohne Eigenkapital – zumindest solange man sich als Darlehensnehmer in der Lage befindet, eine höhere Tilgung zu leisten. Es ist riskant, mit einer geringen Tilgung (z.B. einer anfänglichen Tilgung von nur einem Prozent) zu beginnen. Dies hat nämlich zur Folge, dass es beim derzeitigen Zinsniveau rund 40 Jahre dauert, bis ein Darlehen getilgt ist – für die meisten Darlehensnehmer ist dieser Zeitraum viel zu lang bemessen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Restschuld bei der ersten Anschlussfinanzierung noch sehr hoch ist und eine Zinserhöhung zu einer starken Erhöhung der Finanzierungskosten führt.

Daher ist es ganz wichtig, sich ausschließlich dann für eine Vollfinanzierung zu entscheiden, wenn man sich in der Lage befindet, eine höhere Tilgung zu leisten. Des Weiteren ist es empfehlenswert, sich für eine lange Zinsbindung zu entscheiden, um somit das Zinsrisiko zu minimieren.


 

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