Die Anbieter von Immobiliendarlehen haben derzeit nicht viel zu lachen, da sich der Trend der letzten Jahre unaufhaltsam fortsetzt und durch die Wirtschaftskrise sogar noch verstärkt wurde: Das Geschäft mit der Baufinanzierung ist stark rückläufig. Dementsprechend ist es für die einzelnen Banken, Versicherer und Bausparkassen umso wichtiger, jeden einzelnen Interessenten für sich gewinnen. Hierbei setzen die Anbieter mehr denn je auf eine persönliche Beratung sowie die Ausarbeitung individueller Finanzierungskonzepte.

Doch manchmal sind diese Finanzierungskonzepte sogar zu individuell gehalten. Ein aktueller Trend geht beispielsweise in die Richtung, die Darlehen in mehrere Darlehensteile (so genannte Tranchen) zu splitten und für jeden einzelnen Darlehensteil eine unterschiedliche Zinsbindung zu vereinbaren. Der Hintergedanke besteht darin, dass sich mit kürzeren Laufzeiten noch bessere Zinssätze erzielen lassen. Weil es sich jedoch lohnt, die aktuell niedrigen Zinsen für möglichst lange Zeit festzuschreiben, wird eine Aufsplittung vorgenommen: Ein kleiner Teil des Darlehens wird mit einer kurzen Zinsbindung abgeschlossen, der Rest mit einer langen Zinsbindung. Meistens werden ca. 20.000 bis 50.000 Euro mit einer Zinsbindung von 5 Jahren aufgenommen, der Rest mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

Auf den ersten Blick wirken derartige Darlehenskonstrukte äußerst attraktiv, immerhin kann die Zinslast in der Tat verringert werden. Allerdings birgt die Vereinbarung mehrerer Zinsbindungen ein hohes Risiko: Der Darlehensnehmer bindet sich unweigerlich an den Darlehensgeber. Die Zinsbindungen laufen stets zu verschiedenen Zeitpunkten aus, weshalb die spätere Anschlussfinanzierung beim selben Anbieter vorgenommen werden muss. Diese befindet sich somit in der Lage, die Zinssätze für die späteren Anschlussfinanzierungen frei diktieren zu können.


 

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