Male Hands Holding Pen and Pad of Paper With House Drawing Over Empty Grass Field and Sky.

Beim Erwerb eines Eigenheims ist fast immer vorgesehen, die Immobilie dauerhaft bzw. bis an das Lebensende zu nutzen. Doch manchmal laufen die Dinge im Leben einfach anders. So können beispielsweise ein neuer Job oder eine Scheidung dazu führen, dass die Immobilie veräußert werden soll. Doch manchmal ist dies leichter gesagt als getan, besonders wenn noch ein Immobiliendarlehen existiert.

Ist ein vorzeitiger Ausstieg überhaupt möglich?

Betroffene sollten zunächst prüfen, ob die Möglichkeit gegeben ist, zeitnah aus der Finanzierung auszusteigen. Gerade bei Darlehen mit Zinsbindung ist dies nicht selbstverständlich – mit der Bank wurde nicht grundlos eine feste Finanzierungsdauer vereinbart.

Gegebenenfalls ist ein Ausstieg möglich, zum Beispiel wenn ein sehr triftiger Grund vorliegt. Allerdings ist das Spektrum dieser Gründe nicht besonders groß, zumindest wenn keine ergänzenden vertraglichen Vereinbarungen getroffen wurden. An einem Gespräch mit der Bank führt daher kein Weg vorbei.

Entstehen Kosten?

Selbst wenn ein Ausstieg möglich ist, erfolgt er nicht unbedingt kostenfrei. Die Banken berechnen in solchen Fällen fast immer eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Sie soll den Zinsverlust kompensieren, der aufgrund des vorzeitigen Ausstiegs entsteht. Die Gesetzeslage berechtigt die Banken hierzu. Je länger die Restlaufzeit und je besser die Zinsentwicklung seit Darlehensaufnahme (im Sinne gesunkener Marktzinsen), desto höher die Entschädigungszahlung.

Kunden haben übrigens ein Anrecht darauf zu erfahren, auf welche Höhe sich die Vorfälligkeitsentschädigung beläuft. Sollte die Bank an einer Berechnung kein Interesse haben, kann ein Verweis auf Gerichtsurteile der vergangenen Jahre weiterhelfen.

Kosten vermeiden

Bauherren und Käufer können beim Abschluss des Darlehensvertrags sicherstellen, dass ein vorzeitiger Ausstieg aus der Finanzierung mühelos und kostenfrei möglich ist. Mehrere Banken bieten entsprechende Sicherungsinstrumente an. Dann werden Härtefälle vereinbart, die im Detail definieren, wann ein Ausstieg möglich ist. Die Vereinbarung entsprechender Härtefälle zieht im Regelfall zwar Kosten nach sich, jedoch gelten diese zumeist als überschaubar.

 


 

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