Wer sich mit dem Thema Baufinanzierung näher beschäftigt, kommt zwangsläufig mit einer Vielzahl an Fachbegriffen in Berührung. Leider sind diese Begriffe nicht immer bekannt, obwohl ihnen oft eine hohe Bedeutung zukommt. Daher ist es kein Wunder, dass unsere Finanzierungsexperten des Öfteren gefragt werden, was unter dem Beleihungsauslauf zu verstehen ist. Nachfolgend gibt es die Antwort.

Definition von Beleihungsauslauf

Beim Beleihungsauslauf handelt es sich um eine Einflussgröße, die starken Einfluss auf die Höhe des Darlehenszinses nimmt. Dieser Einfluss ist deshalb gegeben, weil der Wert maßgeblich über das Risiko informiert, mit dem eine Finanzierung einhergeht. Grundsätzlich gilt: Je riskanter eine Finanzierung aus Sicht der Bank ist, desto höher wird der Darlehenszins festgesetzt.

Im Mittelpunkt steht das Risiko im Schadensfall: Sollte der Darlehensnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachgehen können, will die Bank den finanziellen Schaden so gering wie möglich haben. Am besten ist es daher, wenn der Darlehensnehmer möglichst viel Eigenkapital einsetzt. Genau hier kommt der Beleihungsauslauf in das Spiel. Er drückt nämlich aus, wie es um das Verhältnis zwischen den Kosten des Vorhabens bzw. dem Wert der Immobilie und dem Darlehensbetrag bestellt ist. Je größer der Anteil des Darlehens, desto größer der Beleihungsauslauf.

Die Beleihung wird in Prozent angegeben. Ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent oder niedriger, gilt als besonders sicher. Ab ungefähr dieser Grenze ist mit dem besten Darlehenszins zu rechnen. Sollen hingegen der gesamte Preis der Immobilie finanziert werden, liegt der Beleihungslauf bei 100 Prozent, sodass meist der höchste Zinssatz gefordert wird.

Ob eine lineare Verbindung zwischen Beleihungsauslauf und Darlehenszins existiert, hängt ganz von der jeweiligen Bank ab. Die Mehrheit der Banken arbeitet mit so genannten Beleihungsgrenzen. Ganz häufig wird eine Grenze bei 80 Prozent gezogen: Wer mindestens 20 Prozent Eigenkapital einsetzen kann, erhält einen durchschnittlichen bis guten Darlehenszins.

In der Praxis kommt es häufiger vor, dass sich angehende Darlehensnehmer ganz nahe dieser Grenzen bewegen. Deshalb ist es empfehlenswert, sich explizit nach ihnen zu erkundigen. Womöglich empfiehlt es sich, den Eigenkapitaleinsatz nur um ein paar Euro zu erhöhen, um dadurch die nächste Beleihungsgrenze zu durchbrechen und somit in den Genuss eine deutlich besseren Zinssatzes zu kommen. Zugleich gilt es zu fragen, wie der Beleihungsauslauf berechnet wird, denn viele Banken ziehen vom Objektpreis noch einen Sicherheitsabschlag (meist zehn Prozent) ab.

Bedeutung für unsere Beispielfamilie

Wie in einem der vorangegangenen Beiträge bekannt gegeben wurde, kommt unsere Familie auf einen Kapitalbedarf von mindestens 200.000 Euro. Zugleich kann sie rund 25.000 Euro einsetzen, sodass sie auf einen Beleihungsauslauf von etwa 95 bis 97 Prozent (je nach Sicherheitsabschlag) kommt. Demnach locken nicht unbedingt die Top-Konditionen, jedoch sollte die Finanzierung bei vielen Banken darstellbar sein.


 

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