Bisher hat sich das Bundesgesundheitsministerium vorwiegend mit den Problemen der gesetzlichen Krankenversicherung beschäftigt. Allerdings scheinen die Gesundheitspolitiker nun auch Zeit zu finden, um die private Krankenversicherung zu überarbeiten bzw. den gesetzlichen Rahmen zu ändern. So wird unter anderem das Ziel verfolgt, den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu vereinfachen.

Die letzten Regierungen hatten den Eintritt in die Krankenversicherung erschwert – unter anderem indem eine Wartezeit eingeführt wurde: Arbeitnehmer müssen mit ihrem Jahresbruttoeinkommen ganze drei Jahre in Folge über der Versicherungspflichtgrenze liegen, damit ein Wechsel gestattet ist. Vor ungefähr zwei Wochen hieß es, dass man in der Politik plane, den Wartezeitraum von drei Jahren auf ein Jahr zu verkürzen.

Doch nun wurden neue Pläne bekannt. Die Versicherungspflichtgrenze soll leichter zu erreichen sein. Das Bundesgesundheitsministerium plant, den Grenzwert nicht mehr an das jährliche Einkommen sondern an das Monatseinkommen zu koppeln. Es soll möglich werden, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln, indem man als Angestellter mit seinem Einkommen einmalig über der monatlichen Einkommensgrenze liegt.

Eine solche Änderung könnte große Auswirkungen haben. Viele Arbeitnehmer hätten es leichter, einen Versicherungswechsel anzugehen. Wer beispielsweise Tantiemen oder Bonuszahlungen erhält, könnte die Grenze leichter überschreiten und somit die Möglichkeit erhalten, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Sollte dieser Plan tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, könnte die Anzahl der PKV-Versicherten maßgeblich zunehmen. Denn noch nie zuvor waren so viele Kassenmitglieder an der privaten Krankenversicherung interessiert. Hohe Beitragsanstiege, Zusatzbeiträge und eingeschränkte Versicherungsleistungen lassen die Versicherten immer häufiger über einen Wechsel nachdenken.


 

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