Zahlreiche PKV-Versicherte dürften in den letzten Wochen Post von ihrem Versicherer mit einer wenig erfreulichen Mitteilung erhalten haben: Etliche Versicherer sehen sich dazu gezwungen, ab nächstem Jahr höhere Beiträge zu berechnen. Betroffen ist ein großer Teil der PKV-Versicherten. Als Grund sind überwiegend die schwachen Zinsmärkte auszumachen. Weil die Altersrückstellungen der Versicherer keine ausreichende Verzinsung erzielen, sehen sich einige Anbieter dazu gezwungen, an der Beitragsschraube zu drehen.

Doch nicht alle PKV-Anbieter werden im Januar die Beiträge erhöhen. Clevere Finanz- und Versicherungsvermittler nutzen dieses Argument zur Kundengewinnung. Im Fokus stehen PKV-Versicherte, die von einer Beitragserhöhung betroffen sind. Zahlreiche Vermittler bemühen sich um deren Abwerbung: Ihnen wird zum Versicherungswechsel geraten, weil sie dadurch einer Beitragserhöhung entgehen können.

Ein solcher Wechsel kann sich durchaus lohnen, sollte aber trotzdem gut überlegt sein. Ein Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung ist nämlich gar nicht immer so empfehlenswert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Gleich mehrere Punkte müssen unbedingt berücksichtigt werden, damit eine vernünftige Entscheidung getroffen werden kann.
Zunächst einmal gilt es zu berücksichtigen, dass ein Wechsel nicht zu einem dauerhaft niedrigen Beitrag führt. Ein Versicherer, der im nächsten Jahr keine Beitragserhöhung vornimmt, könnte dies im darauf folgenden Jahr tun – und damit wäre der Kostenvorteil womöglich schon wieder hinfällig.
Außerdem gilt es die gebotenen Leistungen genau zu überprüfen. Wer beim Wechsel innerhalb der PKV nicht aufpasst, ist am Ende womöglich sogar schlechter versichert, weil beispielsweise Arztkosten nicht in jeglicher Höhe übernommen werden oder weil bestimmte Behandlungsmethoden grundsätzlich ausgeschlossen sind.
Ebenfalls ein nicht unwichtiger Punkt sind auch die Altersrückstellungen, die in der Regel nicht in voller Höher zum neuen Anbieter übernommen werden können. Es gilt: Je älter ein Versicherter und je mehr Altersrückstellungen bereits gebildet wurden, desto genauer sollte er sich einen Anbieterwechsel überlegen. Unter Umständen reicht es vielleicht schon aus, beim bisherigen Anbieter zu bleiben und lediglich den Tarif zu wechseln.


 

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