Als die Marktzinsen nach dem Eintritt der globalen Finanzkrise stanken, machten sich nur wenige Bürger ernsthafte Sorgen. Zur damaligen Zeit gingen nämlich auch zahlreiche Experten davon aus, dass die Zinsen schon bald wieder steigen würden. Doch leider ist diese Situation nicht eingetreten. Die Zentralbanken fluten die Märkte weiterhin mit günstigem Geld, worunter alle Sparer leiden müssen. Die Marktzinsen sind stark gefallen, der Leitzins innerhalb der europäischen Währungsunion beträgt gerade einmal 0,5 Prozent. In solch einem Zinsumfeld ist es nicht möglich, mit sicheren Anlagen noch ordentliche Renditen zu erwirtschaften.

Angesichts dieser Situation stellen sich zahlreiche Personen die Frage, wie es mit ihrer privaten Altersvorsorge weitergehen soll. Diese Frage ist nicht unberechtigt, denn zahlreiche Finanzprodukte wurden einst unter der Annahme konzipiert, dass bestimmte Mindestrenditen erzielt werden. Doch wegen der niedrigen Marktzinsen werden diese Renditen nicht erzielt. Womöglich hat dies Auswirkungen auf die Renditen, die dann niedriger ausfallen.

Je umfassender die Vorsorge und je länger der Vorsorgezeitraum, desto größer sind die Auswirkungen der niedrigen Zinsen. Entweder gilt es sich dann mit einer niedrigeren Privatrente zufrieden zu geben oder es müssen Ausgleichszahlungen geleistet werden. Die Ausgleichszahlungen erfolgen nach einem simplen Prinzip: Die Abweichung von der geplanten Verzinsung zur tatsächlichen Verzinsung wird durch zusätzliche Zahlungen kompensiert.

Ernsthafte Alternativen als das Abfinden mit einer niedrigeren Rendite oder das Leisten von Ausgleichszahlungen gibt es nicht. Es wäre höchstens möglich, eine ergänzende Vorsorge zu leisten und mit dieser ein höheres Risiko einzugehen. Vor allem die Aktienmärkte sind zumindest auf lange Sicht interessant, da sie höhere Renditen versprechen. Allerdings gibt es auch in diesem Umfeld keine absolute Gewissheit: Kurseinbrüche an den Börsen sind nicht auszuschließen.


 

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