Die Eigenheimrente sorgt für viel Aufsehen: Die Möglichkeit, staatliche Förderungen von bis zu 50.000 Euro auf dem Weg ins Eigenheim nutzen zu können, lässt viele frohlocken. Die Bezuschussung steht dabei grundsätzlich jedem zu, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt oder dem Grunde nach rentenversicherungspflichtig ist. Vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens sind in einen Riester-Vertrag einzuzahlen. Dieser kann dann ohne Umschweife zur Tilgung der aufgenommenen Hypothek genutzt werden und beschleunigt so die Entschuldung der Eigentümer.

Die staatliche Förderung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen erhalten Vertragsinhaber eine Grundzulage von 154 Euro jährlich sowie eine Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind. Diese beträgt 185 Euro bzw. 300 bei Kindern, die nach 2007 zur Welt gekommen sind. Zum anderen können die Einzahlungen in staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge in vollem Umfang steuerlich geltend gemacht werden.

Der Haken: Die zur Tilgung verwendeten Einzahlungen werden auf einem Wohnförderkonto fiktiv verbucht, so dass sich nach einigen Jahren oder Jahrzehnten ein hypothetisches Vertragsguthaben angesammelt hat. Dieses wiederum ist die Grundlage für die Besteuerung, die auch dann vorgenommen wird, wenn sich in der Auszahlungsphase des Vertrages kein Guthaben in selbigem befindet. Die fiktiven Rentenzahlungen müssen dann nachträglich mit dem persönlichen Steuersatz des Vertragsinhabers versteuert werden.

Wer die Einzahlungen in seinen Altersvorsorgevertrag zur Immobilienfinanzierung nutzt, sieht sich im Alter mitunter einer finanziellen Unterversorgung gegenüber: Nicht nur besteht kein Vertragsguthaben im Riester-Vertrag, sondern es müssen auch noch Steuern zurückbezahlt werden. Dass die gesetzliche Rente dazu und zur Aufrechterhaltung eines angemessenen Lebensstandards reicht, ist zu bezweifeln.


 

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