Der europäische Wohnungsbau steckt in einer tiefen Krise und wird auch noch in den nächsten Monaten weiter talwärts steuern. Das bekannte ifo Institut für Wirtschaftsforschung kommt nach einer Analyse der Wohnungsbaubranche zu diesem Schluss und sagt auch für das Jahr 2009 eine düstere Zukunft in einigen europäischen Ländern für den Wohnungsmarkt voraus. Allein für das Jahr 2008 wird mit einem Rückgang im Bereich der Neubauten von etwa 8% gerechnet, der sich im folgenden Jahr noch weiter verschärfen dürfte.

Im Einzelnen betrachtet ergibt sich dabei aber kein einheitliches Bild für Europa: An einigen Ländern scheinen die negativen Entwicklungen vorbeizugehen, was besonders auf den Osten der EU zutrifft. In anderen Staaten gerät die Immobilienbranche dagegen immer mehr unter Druck, wie das die Beispiele Spanien und England zeigen. Hier wurde bis zum vergangenen Jahr noch eine aggressive Expansionspolitik auf dem Wohnungsmarkt betrieben. Der Grund für die großen Schwierigkeiten in diesen Ländern ist das hohe Kreditvolumen, mit dem einzelne Unternehmen ihren Geschäfte finanziert haben. Solange der Index am Wohnungsmarkt steil nach oben zeigte, war die fremdfinanzierte Expansion zwar verlockend, schlägt bei dem aktuellen Einbruch aber wie ein Boomerang zurück.

Unternehmen mit einer geringen Eigenkapitalquote stehen nach der Trendwende, wie sie aktuell beobachtet werden kann, schnell vor dem finanziellen Bankrott. Unter den Auslösern für die Krise des europäischen Wohnungsmarktes taucht am Ende auch wieder die Finanzkrise des vergangenen Jahres auf, die für weniger Vertrauen in die Banken und eine restriktivere Kreditpolitik gesorgt hat. Ein weiterer Faktor für die aktuelle Situation sind zudem die sinkenden Preise auf den überhitzten Märkten.


 

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