Die Zinssätze für Hypothekenfinanzierungen sind derzeit außerordentlich günstig. Mit dem billigen Baugeld könnte es aber nach Ansicht von Experten schon bald wieder vorbei sein. Zwar wird die Europäische Zentralbank schon im März aller Voraussicht nach ein weiteres Mal die Zinsen senken. Einfluss auf die langfristigen Konditionen bei Hypotheken dürfte die Reduzierung des Interbankenzinses aber kaum haben. Viel gewichtiger erscheinen die Konjunkturprogramme, die von den Regierungen rund um den Globus aufgelegt werden und deren Volumen weit mehr als eine Billion Euro beträgt. Die fiskalpolitischen Stimulations-Programme nämlich werden über Schulden finanziert, was zu einer Flut neuer Staatsanleihen auf den Kapitalmärkten führen wird. Die Schuldenwelle wird zum einen zu einem sinkenden Preisniveau an den Bondmärkten führen – und damit im Umkehrschluss zu höheren Zinsen für langfristige Verbindlichkeiten. Zum anderen wird mit einer beträchtlichen Wahrscheinlichkeit auch die Angst vor hohen Inflationsraten wieder aufkeimen, wodurch die Zinsen zusätzlich getrieben werden dürften.

Wer eine Neu- oder Anschlussfinanzierung sucht, ist angesichts der Prognosen gut beraten, schon bald aktiv zu werden, da die Konditionen bereits am Ende des Jahres deutlich schlechter sein dürften. Sofern der Kapitalbedarf erst in der Zukunft besteht, kann auch der Abschluss eines Forward-Darlehens Sinn machen, da das Potenzial für den bevorstehenden Zinsanstieg groß ist.
Verstärkend wird in diesem Zusammenhang auch die in den letzten Monaten deutlich gesunkene Gewinnmarge der Banken bei Hypothekenfinanzierungen wirken: Lag die Spanne zwischen Darlehenszins und Refinanzierungssatz im Oktober noch bei 0,69 Prozentpunkten, sind es nun nur noch 0,26 Punkte.

 

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