In den vergangenen Wochen hat sich an den Zinsmärkten eine ganze Menge getan. Nach langer Zeit haben die Zinsen spürbar angezogen und ein erstes Signal in Richtung Zinswende gesendet. Besonders bei den Anleihekonditionen wurde dies ersichtlich: Zahlreiche Staats- und Unternehmensanleihen haben korrigiert, d.h. ihre Kurse sind gefallen. Zudem ist eine ähnliche Entwicklung beim Baugeld festzustellen, die Zinssätze für Immobiliendarlehen haben angezogen. Etliche Banken haben inzwischen an der Zinsschraube gedreht und ihre Zinssätze um ca. 0,1 bis 0,2 Prozent erhöht.

Noch profitieren die Sparer nicht

Was potentielle Darlehensnehmer ärgert, erfreut den Sparer umso mehr. Aber der Blick derzeit immer noch in die Röhre, denn obwohl die Zinsen in nahezu allen anderen Bereichen angezogen haben, hat sich beim Tages- und Festgeld nichts getan. Dort verharren die Guthabenzinsen nach wie vor auf dem niedrigsten Niveau seit der Nachkriegszeit. Wer eine Verzinsung von rund einem Prozent anstrebt und Neukundenangebote ausklammert, muss sich für eine Festgeldanlage von mindestens zwei Jahren entscheiden – zumindest wenn die Anlage bei einem deutschen Geldinstitut getätigt werden soll.

Gründe für diese Entwicklung gibt es gleich mehrere. Zum einen tun sich viele Banken noch schwer damit, Einlagen rediteträchtiger zu investieren, damit sie im Gegenzug ihren Kunden bessere Konditionen einräumen können. Zum anderen halten einige Banken bewusst an den Konditionen der vergangenen Wochen und Monate fest, um somit ihre eigenen Renditen zu steigern. In anderen Worten: So manche Bank verzinst Guthaben bewusst nicht so gut, wie sie es könnte, um ihre Marge zu erhöhen.

Unbedingt Konditionen vergleichen

Sparer sollten daher die Augen offen halten. Mit einem allzu deutlichen Zinsanstieg ist zwar nicht zu rechnen, allerdings ist es gut möglich, dass mehrere Banken zumindest geringfügig an der Zinsschraube drehen und bessere Anlagezinsen bieten. Auf einen umfassenden Zinsvergleich sollte daher kein Sparer verzichten.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share