Eigentlich sollte man meinen, dass die PKV-Anbieter stark wachsen möchten und sich daher über jeden Kunden freuen. Allerdings sind die Versicherer vorsichtiger geworden. Wachstum um jeden Preis ist längst nicht mehr das Ziel. Anstatt die PKV leichter zugänglich zu machen, ist momentan eher das Gegenteil der Fall – und zwar aus gutem Grund.

Zunehmend mehr Versicherer haben nämlich mit beitragssäumigen Versicherungsnehmern zu kämpfen. Aufgrund der Versicherungspflicht drängen zunehmend mehr Personen mit niedrigen Einkommen in die PKV, die sich schon kurz nach Eintritt nicht mehr in der Lage befinden, ihre Beiträge zu entrichten. Vor allem Existenzgründer stellen ein Problem dar: Sie können aus rechtlicher Sicht direkt in die PKV eintreten – ein Mindesteinkommen ist nicht vorgeschrieben. Doch oftmals entwickeln sich die Geschäfte nicht wie erhofft, sodass die Versicherungsbeiträge nicht mehr entrichtet werden können.

Die Versicherer reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen. Erste PKV-Anbieter haben damit begonnen, ihre Einsteigertarife zu streichen. Es sind nämlich überwiegend die günstigen Tarife, die Versicherungsnehmer mit schwachem Einkommen anziehen und dann für die Versicherer zum Problem werden. Experten halten es für wahrscheinlich, dass weitere PKV-Anbieter diesem Trend folgen werden.
Andere Versicherer gehen noch einen Schritt weiter und verschärfen die Aufnahmebedingungen für Neukunden. So hat beispielsweise die HanseMerkur den Zugang für Selbständige und Freiberufler erschwert. Ab dem 1. August setzt der Versicherer voraus, dass sich der Hauptwohnsitz seit mindestens 24 Monaten in Deutschland befindet. Außerdem muss seit mindestens 24 Monaten eine deutsche Vorversicherung (GKV oder PKV) bestehen.


 

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