Zu Beginn dieser Woche hat das Statistische Bundesamt erstmalig Zahlen zur zusammengefassten Geburtenziffer in Deutschland für 2011 veröffentlicht. Die veröffentlichten Daten geben wenig Anlass zur Freude, weil die Geburtenziffer wieder einmal gesunken ist.

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren im Lauf ihres Lebens gebärt. Die aktuelle Ziffer liegt bei 1,36 und entspricht somit einem sehr niedrigen Wert. Genau genommen handelt es sich hierbei um einen der niedrigsten Werte überhaupt: Es gibt nur wenige weitere Länder, in denen die Frauen so wenige Kinder zur Welt bringen.

Gründe für die niedrige Geburtenziffer gibt es mehrere. Einer der Hauptgründe ist unsere Wohlstandsgesellschaft. Viele Bürger legen großen Wert darauf, dass es ihnen finanziell gut geht. Weil Kinder als teuer gelten, haben etliche Haushalte nur wenige Kinder.

Keine Kinder oder lediglich ein Kind zu haben, mag für die einzelne Familie aus finanzieller Sicht von Vorteil sein. Betrachtet man hingegen die Gesellschaft, so ist die Situation eine andere. Aufgrund der wenigen Geburten findet ein grundlegender demographischer Wandel statt. Dieser Wandel macht sich dadurch bemerkbar, dass der Anteil der alten Menschen immer größer wird, während sich der Anteil der Jüngeren verringert.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind enorm. Schon jetzt ist der Wandel finanziell zu spüren. Man beachte nur die Kassen der gesetzlichen Rentenversicherung: Der Staat hat große Schwierigkeiten damit, die Rentenzahlungen zu leisten. Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. In Konsequenz werden Berufstätige in Zukunft höhere Beiträge entrichten müssen. Die Rentenempfänger müssen sich hingegen auf niedrigere Rentenbezüge einstellen.

Infolge wird die private Altersvorsorge immer wichtiger. Wer sich auf die gesetzliche Rentenversicherung verlässt, ist mutig: Schon jetzt steht fest, dass der Anteil der Rentenempfänger, der nahe der Armutsgrenze lebt, in den kommenden zehn Jahren signifikant steigen wird. Folglich ist es mehr als sinnvoll, private Vorsorge zu leisten, damit man im Ruhestand noch eine Zusatzrente erhält.


 

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