Als die Gesundheitsreform verabschiedet wurde, machte Bundesgesundheitsminister Rösler deutlich, dass die meisten Krankenkassen im kommenden Jahr darauf verzichten werden, den Zusatzbeitrag zu erheben. Zwar seien sie durchaus zur Erhebung berechtigt. Weil jedoch mit einem ausgeglichenen Haushalt zu rechnen ist, dürfte dieser Schritt nicht erforderlich sein.

Kassenmitglieder, die nun darauf hoffen, dass ihre Kasse den Zusatzbeitrag ab 2011 nicht mehr erhebt, sollten sich jedoch nicht zu früh freuen. Denn ob der Haushalt tatsächlich ausgeglichen sein wird, bleibt noch abzuwarten. Doris Pfeiffer vom Spitzenverband der Krankenkassen machte deutlich, dass im kommenden Jahr in einigen Bereich mit deutlich steigenden Kosten zu rechnen ist. Ärztegehälter und Krankenhauskosten könnten zumindest regional einige Kassen finanziell bedrohen. Gerade in den Großstädten rechnen Experten mit einem deutlichen Kostenanstieg, der so manche Kasse finanziell in die Enge treiben kann. Daher sei es durchaus möglich, dass einige Krankenkassen am Zusatzbeitrag festhalten oder diesen erstmalig erheben.

Wer sich auf diese Ungewissheit nicht einlassen möchten, sollten überprüfen, ob die Möglichkeit eines Wechsels in die private Krankenversicherung besteht. In der privaten Krankenversicherung werden die Beiträge auf eine vollkommen andere Weise berechnet. Zusatzbeiträge gibt es nicht und außerdem stehen die Versicherer generell unter keinem so hohen Kostendruck, weshalb die Beiträge besonders auf lange Sicht nicht so sehr ansteigen werden.

Ob ein Wechsel möglich ist, hängt im Wesentlichen von der beruflichen Situation ab. Arbeitnehmer müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwillige Mitglieder geführt werden, um wechseln zu dürfen. Selbständige und Freiberufler sind generell zu einem Wechsel berechtigt.


 

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