Mit Beginn des Jahres ist der von der Bundesregierung beschlossene Gesundheitsfonds in Kraft getreten. Dadurch hat sich ein Umverteilungssystem der gezahlten Beiträge von der Regierung an die jeweiligen Krankenkassen ergeben, welches das vorherige relativ autonome Wirtschaften der Krankenversicherungen abgelöst hat. Die Festlegung des für alle gültigen Beitragssatzes von 15,5 Prozent bedeutet für die meisten Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen de facto eine Beitragserhöhung. Zwar sinken die Einheitsbeiträge aufgrund des Konjunktur-Paketes II zum 01. Juli 2009 auf 4,9 Prozent, aber schon droht eine neue Erhöhung der Beiträge: Etwa vier Millionen Versicherte der GKV müssen zum 01.Juli eine weitere Erhöhung fürchten. Zahlreiche Krankenkassen werden spätestens dann öffentlich machen müssen, dass sie mit den zugewiesenen Beträgen nicht alle Kosten decken können und ihre Versicherten um weitere Zusatzbeiträge bitten müssen.

Hier bietet sich die Chance für den Versicherten vom Recht der Sonderkündigung Gebrauch zu machen und zu einer Privaten Krankenversicherung zu wechseln, können diese doch aufgrund flexiblerer Tarife entsprechend auf steigende Versorgungskosten reagieren, ohne Beiträge erhöhen zu müssen. Da die privaten Krankenversicherer weiterhin autonom wirtschaften können, ist es ihnen eher möglich, Beiträge stabil zu halten.

Auch profitieren gesetzlich Versicherte von der Möglichkeit, von Sonderkündigungsrechten Gebrauch zu machen, wenn – wie bereits von einigen Kassen angekündigt – Fusionen von gesetzlichen Krankenkassen anstehen, was wiederum Zusatzbeiträge zur Folge haben kann. Es lohnt sich also, die Ankündigungen der Krankenkassen zu verfolgen und vom Sonderrecht auf Kündigung nicht erst bei Wirksamwerden der Erhöhung Gebrauch zu machen, sondern bereits sofort bei Erhalt der Mitteilung Maßnahmen zu ergreifen.


 

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