Es war vor rund zwei Wochen als die Verbraucherschützer auf ihrem Feldzug gegen die Bausparkassen einen ordentlichen Dämpfer erhalten haben: Eine Klage vor dem Landgericht Dortmund gegen die LBS West wurde vom Gericht abgewiesen. Doch dann kam es noch schlimmer: Am Freitag der vergangenen Woche wurde eine weitere Klage abgewiesen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wollte vor dem Landgericht Hamburg gegen die Bausparkasse „Deutscher Ring“ klagen. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus Online“ schreibt, konnte der Richter „keine unangemessene Benachteiligung der Kunden“ feststellen, so dass er sich für die Ablehnung der Klage aussprach.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Verbraucherschützer verfahren werden – immerhin haben sie nun bei allen drei Verfahren, die vor Landgerichten angestrebt wurden, eine Niederlage eingefahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen angekündigt, notfalls bis zur letzten Instanz bzw. in diesem Fall vor den Bundesgerichtshof ziehen zu wollen. Sicherlich wird sich schon bald zeigen, ob die Verbraucherschützer daran festhalten.

Die meisten Bausparer werden die aktuelle Entwicklung sicherlich nicht als große Enttäuschung empfinden. Schließlich werden Abschlussgebühren bereits seit Jahrzehnten berechnet und sind für die Bausparkassen ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts. Diese Einnahmen werden nämlich aufgebracht, um den Vertrieb zu bezahlen.

Sicherlich hätten sich viele Bausparer gefreut, wenn diese Praxis verboten worden wäre und sie womöglich sogar mit einer Rückerstattung der Gebühren hätten rechnen können. Jedoch wäre diese Freude mit großer Gewissheit nur von sehr kurzer Dauer gewesen: Weil die Bausparkassen auf irgendeine Weise ihren Vertrieb bezahlen müssen, hätten sie dann zu anderen Mitteln greifen und beispielsweise die Darlehenszinsen erhöhen müssen.


 

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