Am vergangenen Dienstag durften sich der Bundesgerichtshof mit der Frage beschäftigen, ob die Schufa Holding ihr Scoring-Verfahren offenlegen muss. Geklagt hatte eine Verbraucherin, die mit beim Scoring-Verfahren zunächst angeeckt war und als Folge dessen eine Leasingvertrag über einen Neuwagen nicht abschließen konnte.

Obwohl die Frau ihren Leasingverfahren doch noch erhielt, wollte sie von der Schufa-Holding wissen, wie sich ihr Score errechnet und somit Auskunft über die Bonität gibt. Doch genau hierzu wollte sich das Unternehmen nicht äußern und blockte nach außen hin ab. Daraufhin zog die Frau vor Gericht und durchlief mehrere Instanzen, bis sich der BGH mit dem Thema beschäftigen musste. Die Entscheidung hat etliche Verbraucherschützer enttäuscht: Die Schufa-Holding muss ihr Verfahren nicht preisgeben, wodurch dies weiterhin ein Betriebsgeheimnis bleibt.

Breite Enttäuschung über das Urteil

Nicht nur Verbraucherschützer, sondern auch etliche Verbraucher zeigten sich über das Urteil enttäuscht. Dennoch ist ihm eine gute Sache abzugewinnen, immerhin sorgte der eigentliche Fall für zahlreiche Schlagzeilen. Viele Personen haben sich vor allem online zu Wort gemeldet und ihre negativen Erfahrungen mit der Schufa geschildert.

Positiv ist wiederum, dass auf diesem Weg besonders viele Personen mit der eigentlichen Thematik in Berührung gekommen sind und sich womöglich fortan mehr Gedanken darüber machen, wie ihre Bonität von der Schufa bewertet wird. Es ist denkbar, dass einige Personen ihr Konsumverhalten ändern und beispielsweise weniger Ratenkredite aufnehmen.

Andererseits sollte sich niemand verunsichern lassen. Die Schufa Holding wird gerne unterschätzt: Sofern jemand keinen Kredit aufnehmen möchte, hat er nicht viel zu befürchten. Zumal ein wirklich schlechter Score, die zu Ablehnungen führt, nicht von ungefähr kommt. Derartige Scores sind nahezu durchweg auf Verbindlichkeiten zurückzuführen, die nicht vertragsgemäß beglichen wurden. Wer seine Kredite nicht zurückzahlt oder seine Handyrechnung nicht begleicht, braucht sich über negative Folge nicht wundern.


 

Diese Meldung weiterempfehlen

 Share  Share  Share