In der vergangenen Woche sind in verschiedenen Onlinemedien mehrere Berichte erschienen, in denen eine gesetzliche Krankenkasse nicht besonders gut abschneidet. Den Berichten zufolge soll eine Krankenkasse persönliche Daten über Mitglieder an einen kommerziellen Versicherungsanbieter weitergereicht haben – und zwar ohne die vorherige Zustimmung der betroffenen Versicherungsnehmer.

Die betroffenen Versicherungsnehmer wurden von einem PKV Anbieter telefonisch kontaktiert mit dem Ziel, den Abschluss bestimmter Versicherungslösungen schmackhaft zu machen. Dabei ging es jedoch nicht um den Wechsel von der Gesetzlichen Krankenversicherung in die Private Krankenversicherung, sondern vielmehr um den Abschluss von Zusatzversicherungen, mit denen GKV Mitglieder ihren Versicherungsschutz gezielt erweitern können.

Wie die Bildzeitung berichtet handelt es sich hierbei um einen Bruch des Sozialgeheimnisses: Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht dazu berechtigt, Mitgliederdaten an andere Versicherungsunternehmen preiszugeben – solch ein Bruch gegen den Sozialdatenschutz kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Alles in allem deutet die Lage jedoch darauf hin, dass auch den gesetzlichen Kassen zunehmend klar wird, wie es um ihre eigenen Leistungen bestellt ist. Immer häufiger wird den Versicherungsmitgliedern dazu geraten, Zusatzversicherungen abzuschließen, damit sie ihren Versicherungsschutz an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können.

Selbstverständlich rechtfertigt dies nicht die Vorgehensweise im besagten Fall: Eine Datenweiterreichung ohne Einverständnis der Versicherungsmitglieder darf nicht erfolgen. Allerdings wird auch klar, dass die Bedeutung von Zusatzversicherungen immer größer wird: Wer als Mitglied der Gesetzlichen Krankenversicherung einen besseren Schutz in Anspruch nehmen möchte (beispielsweise weil ein Wechsel in die PKV nicht möglich ist), kommt um den Abschluss von Zusatzversicherungen auf lange Sicht nicht mehr herum.


 

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