Das Gesundheitssystem wird immer teurer, auch für die Mitglieder der privaten Krankenversicherung. Schließlich steigen die Beiträge pro Jahr um etwa 10 Prozent für Bestandskunden an. Trotz dieser Tatsache entschließen sich jedes Jahr freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem Wechsel in die PKV. Und das trotz der Aussicht, ab 01. Januar 2009 durch die nächste Stufe der Gesundheitsreform noch einmal zur Kasse gebeten zu werden. Für Neukunden rechnet die Branche damit, dass sich Einstiegstarife um fast 25 Prozent verteuern.

Ein Grund mehr, um als Antragsteller den Rotstift bei den Beiträgen anzusetzen. Möglichkeiten gibt es in der privaten Krankenversicherung genug, schließlich können die monatlichen Prämien individuell angepasst werden. Ein bei vielen Versicherten beliebtes Mittel ist die Selbstbeteiligung. Ähnlich der Kfz-Versicherung werden die Versicherten hier an den Kosten für ihre Behandlungen beteiligt. Die Versicherung springt erst dann ein, wenn diese Selbstbeteiligung ausgeschöpft ist, gewährt dafür aber deutliche Nachlässe beim Beitrag. Auf den ersten Blick eine runde Sache.

Beim genaueren Hinsehen werden aber die Nachteile deutlich, denn wer bei einer Selbstbeteiligung zu großzügig kalkuliert, muss im Krankheitsfall mit Schwierigkeiten rechnen. Speziell bei Angestellten übernimmt der Chef zwar die Hälfte der Beiträge, ein Splitten der Selbstbeteiligung ist aber nicht vorgesehen. Aufgrund dieser Tatsache sollte Letztere also immer nur so hoch sein, wie sie auch durch den Arbeitnehmer finanziert werden kann. Eine weitere Tatsache sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die Aussage des Maklers, die Selbstbeteiligung wäre von der Steuer abzugsfähig stimmt zwar grundsätzlich, allerdings müssen dazu Summen aufgewandt werden, die bei bis zu 7 Prozent des Einkommens liegen. Vor der Unterschrift sollte man sich also sehr genau überlegen, wo der Rotstift bei der PKV zum Einsatz kommt.


 

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