Können Bauherren und Käufer auch die Küche mitfinanzieren?

Ein Eigenheim mit schöner Küche lässt das Herz höher schlagen. Doch beim Immobilienerwerb geht es um viel Geld. Baukosten oder Kaufpreis belaufen sich auf einen stattlichen Betrag, hinzu kommen umfassende Nebenkosten. Besonders die Küche ist ein Kostentreiber: Unabhängig von Küchengröße und Ausstattung kommt ein meist fünfstelliger Betrag hinzu, der in die Immobilienfinanzierung passen muss.

Können Bauherren und Käufer auch die Küche mitfinanzieren?

Küche in die Baufinanzierung aufnehmen

Gelegentlich fragen uns angehende Darlehensnehmer, ob sie über die Baufinanzierung ihre Küche mitfinanzieren können. Oft besteht diese Möglichkeit: Zahlreiche Geldinstitute bewilligen Baufinanzierungen, in die Küchen und andere Teile der Gebäudeeinrichtung integriert sind.

Reizvoll ist solch eine Integration der Küchenfinanzierung in die Immobilienfinanzierung wegen der Zinsen. Ein klassischer Küchenkredit, wie er im Küchenhaus angeboten wird, hat einen hohen Zinssatz. Im Vergleich liegt der Zinssatz eines Hypothekendarlehens meist viel niedriger und die lange Laufzeit kann die Monatsrate senken.

Kosten für eine neue Einbauküche mitsamt Küchengeräten

Die Höhe der Kosten wird vorrangig von vier Faktoren beeinflusst:

  • Küchenplanung / Küchengröße
  • Niveau der Ausstattung
  • Elektrogeräte
  • Küchenmontage

Eine preiswerte Küchenzeile in mittlerer Größe mit Basisausstattung und Küchenmontage in Eigenregie ist ab ca. 6.000 Euro realisierbar. Größere Küchen in mittlerer oder leicht gehobener Ausstattung mit Aufbau durch den Küchenfachmann liegen bei ca. 10.000 bis 15.000 Euro. Bei Luxusküchen kann der Preis 100.000 Euro und mehr betragen.

Stolperstein bei der Küchenfinanzierung

Beim Mitfinanzieren der Küche über Hypothekendarlehen gibt es einen Knackpunkt, nämlich die Beleihung. Es besteht das Risiko, dass die Küche den Beleihungsauslauf erhöht. Denn nahezu alle Banken nehmen deutliche Abschläge beim Wert vor. Üblich sind Abschläge von 50 Prozent, was den Beleihungsauslauf signifikant beeinflussen kann. Wird eine Beleihungsgrenze überschritten, droht der Zinssatz zu steigen.

Beispiel: Angenommen eine Küche kostet 20.000 Euro. Davon wird nur die Hälfte als wertsteigernd angerechnet, was den Beleihungswert um 10.000 Euro erhöht. Die restlichen 10.000 Euro werden nicht angerechnet. Der Finanzierungsbedarf erhöht sich in der Kalkulation jedoch um 20.000 Euro, was den Beleihungsauslauf verringert (im Verhältnis erhöht sich der Finanzierungsbedarf stärker als der Objektwert). Sollte durch die Änderung in der Beleihung eine Beleihungsgrenze überschritten werden, erhöht sich der Zinssatz.

Banken kalkulieren ihre Finanzierungsangebote so, weil Küchen (gilt auch für Bäder und andere Einrichtungen) nur eingeschränkt zur Wertsteigerung der Immobilie beitragen. Man stelle sich vor, jemand stattet sein Eigenheim mit einer Luxusküche im Wert von 75.000 Euro aus. Beim einem späteren Verkauf der Immobilie ist womöglich kein Immobilienkäufer dazu bereit, solch einen Aufpreis für die Küche zu bezahlen. Als Folge senken die Geldinstitute ihr Risiko, indem sie den Sicherheitsabschlag vornehmen.

Was bedeutet das für die Praxis?

Keine Sorge, eine neue Küche muss weder die Machbarkeit der Finanzierung gefährden, noch zu einem höheren Darlehenszins führen. Schlussendlich entscheidet der Einzelfall. Bauherren und Immobilienkäufer sollten sich deshalb nicht verunsichern lassen. Ratsam ist es allerdings, sich im Vorfeld zu informieren und die Möglichkeiten der Küchenfinanzierung zu prüfen.

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Fragen & Antworten zum Thema

Lohnt sich eine Null Prozent Finanzierung beim Küchenstudio?

Eine Null Prozent Finanzierung beim Küchenanbieter ist nicht automatisch am günstigsten. Wer seine Küche per Immobiliendarlehen finanziert, profitiert von einem niedrigen Zins und kann dem Küchenstudio eine Barzahlung anbieten. Auf dieser Basis lässt sich oft ein schöner Rabatt auf den Küchenpreis aushandeln, der im Vergleich zum Kreditangebot vom Küchenstudio die größere Ersparnis verspricht.

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