Lohnen sich Sondertilgungen, wann sind sie sinnvoll?

Selbst bei vorhandenem Kapital fällt das Leisten einer Sondertilgung oft schwer. Am Ende geht es um eine Vernunftentscheidung, immerhin könnte man das Geld für andere Zwecke einsetzen. Aber Sondertilgungen lohnen sich, wie wir in diesem Beitrag zeigen.

Lohnen sich Sondertilgungen, wann sind sie sinnvoll?

Warum die Sondertilgung sinnvoll ist

Das Nutzen der Sondertilgungsmöglichkeit ist sinnvoll, denn es locken große Vorteile.

    Zinsersparnis: Jede Sonderzahlung verringert die Restschuld und damit die anfallenden Zinsen. Auf lange Sicht ergibt sich daraus ein stattlicher Zinsvorteil.
    Schneller schuldenfrei: Sondertilgungen beschleunigen die Rückzahlung. Darlehensnehmer erhalten die Chance, früher schuldenfrei zu sein.

Die Sondertilgung lohnt sich aus weiteren Gründen. Hier finden Sie eine Übersicht aller Vorteile der Sondertilgungsoption.

Immobilienbesitzer, die nicht nur regulär tilgen, sondern ergänzend die Sondertilgungsoption ausüben, erzielen eine deutliche Ersparnis. Das nachfolgende Rechenbeispiel verdeutlicht dies.

Beispiel zur Berechnung des Beleihungsauslaufs

Rahmendaten
Darlehensbetrag: 100.000 Euro
Sollzins: 2,5 Prozent
Tilgungssatz: 2,0 Prozent
Zinsbindung: 15 Jahre.

Berechnung
Bei regulärer Rückzahlung würde die Restschuld am Ende der Zinsbindung 63.661 Euro betragen, die geleisteten Zinsen summieren sich auf 30.942 Euro.

Bei Leistung einer Sondertilgung von 5.000 Euro zu Beginn des 3. Jahres beträgt die Restschuld am Ende der Zinsbindung 56.928 Euro, die geleisteten Zinsen summieren sich auf 29.209 Euro.

Ersparte Zinskosten: 30.942 Euro – 29.209 Euro = 1.733 Euro

Sondertilgungsoption im Darlehensvertrag vereinbaren?

Bei zahlreichen Darlehensangeboten ist die Sondertilgungsoption automatisch enthalten. Allerdings gibt es Geldinstitute mit abweichenden Vertragsmodalitäten. Daher kann es sein, dass Sondertilgungen nur gegen einen Zinsaufschlag möglich sind. Dieser Aufschlag beläuft sich je nach Bank auf ca. 0,1 bis 0,25 Prozent.

Solch ein Zinsaufschlag ist keinesfalls zu unterschätzen, er kann die Summe aller Zinszahlungen während der Zinsbindung deutlich erhöhen. Basierend auf dem oberen Rechenbeispiel (mit Sondertilgung) würde ein Zinsaufschlag von lediglich 0,1 Prozent die gesamten Zinskosten während der Zinsbindung um 1.122 Euro erhöhen. Die ersparten Zinskosten durch die Sondertilgung würde nur noch 611 Euro betragen.

Wer sich als angehender Darlehensnehmer die Sondertilgungsoption durch einen Zinsaufschlag erkaufen muss, sollte folglich genau rechnen. Falls nicht gewiss ist, ob die Sondertilgungen tatsächlich geleistet werden, kann es womöglich günstiger sein, auf die Vereinbarung der Sondertilgungsoption zu verzichten. Andernfalls, weil beispielsweise mehrere Sonderzahlungen geplant sind, kann sich die Vereinbarung sehr wohl rechnen.

Fazit

Die Frage, ob sich Sondertilgungen lohnen, wird anhand der Beispielrechnung eindeutig beantwortet. Bereits eine einzige Sonderzahlung kann den Restschuldbetrag und damit die nachfolgende Zinslast spürbar senken. Entsprechend kann allen Darlehensnehmern, die über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, zur Leistung von Sondertilgungen geraten werden.

Muss die Sondertilgungsoption durch einen Zinsaufschlag erkauft werden, fällt die Beurteilung schwerer. Ob dann eine Sondertilgung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Hier gilt es genau zu rechnen und darauf basierend zu entscheiden, ob die Option erkauft wird.

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